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prmagazin

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03/2015

Pressestellentest: Modeunternehmen

Große Schere

Nach dem Einsturz von Textilfabriken in Bangladesch wollte Entwicklungsminister Müller die Modeunternehmen auf verbindliche Produktionskriterien verpflichten. Doch sein „Textilbündnis“ stieß auf Skepsis. Ein halbes Jahr nach dem Vorstoß wollten wir im Pressestellentest wissen, ob die Branche ihre Meinung geändert hat.

Die Nachricht ging um die Welt: Mehr als 1.000 Menschen starben 2013 beim Einsturz der Textilfabriken im Rana-Plaza-Gebäude in Bangladesch. Mit einem Schlag rückten die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Textilbranche in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Fabrikbesitzer in dem asiatischen Produktionsland nehmen bauliche Sicherheitsmängel offenbar in Kauf, damit in Deutschland Kleidung zu Niedrigstpreisen verkauft werden kann.

Kurz nach der Katastrophe sorgte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller mit seinem Vorschlag für ein „Bündnis für nachhaltige Textilien“ für Aufmerksamkeit. Der Plan: Die Branche solle sich auf verbindliche Kriterien bei der Produktion im Ausland verpflichten. Die Firmen reagierten überwiegend skeptisch auf die Initiative. Der Vorschlag sei in der vorliegenden Form nicht akzeptabel und müsse überarbeitet werden, lautete der Tenor. Im Pressestellentest wollten wir von einigen bekannten Kleidungsherstellern wissen, ob im Hintergrund noch um eine Einigung gerungen wird oder mit dem Abklingen des medialen Interesses auch das Thema in Vergessenheit geraten ist. Für den Verband wurden die Fragen angepasst.

 Die Testfragen:

1) In welchen Ländern produziert Ihr Unternehmen (bitte prozentual aufschlüsseln)?

2) Hat Ihr Unternehmen seine Investitionen in faire und sichere Produktionsbedingungen nach den schweren Unfällen der jüngeren Vergangenheit erhöht?

3) Hat die gesamte Textil- und Modebranche ausreichende Konsequenzen aus den Unfällen gezogen?

4) Wie steht Ihr Unternehmen zu dem Vorschlag von Entwicklungsminister Müller, ein „Bündnis für nachhaltige Textilien“ ins Leben zu rufen? Ist der Vorschlag aus Ihrer Sicht vom Tisch – oder wie müsste das Bündnis aussehen, damit sich Ihr Unternehmen diesem anschließen könnte?

 

Die Kandidaten standen vor einer doppelten Herausforderung: In die Testwoche fiel die „Berlin Fashion Week“. Die Schere zwischen guten und schlechten Leistungen geht stark auseinander. Ein Beispiel für miserable Pressearbeit liefert Brax Leineweber, wo es schon bei der Suche nach Kontaktdaten hakt.

Wie man es macht, führt Testsieger Hartmut Spiesecke vom Gesamtverband der Textil- und Modeindustrie vor. Eine Stunde nimmt er sich Zeit für ein Telefonat, erläutert Hintergründe, erzählt anekdotenreich von den politischen Verhandlungen und gibt sich kampfeslustig. So macht das Gespräch besonderen Spaß. Über diesen Verband kann die Branche froh sein.

Das Pressestellenranking

Die Kriterien

Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie

Erstklassig: 186,5 Punkte (ungewichtet: 91)

Esprit

Sehr gut: 174,5 Punkte (ungewichtet: 87)

s.Oliver

Sehr gut: 169,5 Punkte (ungewichtet: 81)

bugattiSehr gut: 167,5 Punkte (ungewichtet: 85)
AhlersSehr gut: 167,5 Punkte (ungewichtet: 81)
Tom TailorGut: 157 Punkte (ungewichtet: 78)
CBR Fashion GroupGut: 155,5 Punkte (ungewichtet: 80)
Hugo BossGut: 140 Punkte (ungewichtet: 68)
Gerry WeberKatastrophal: 58,5 Punkte (ungewichtet: 39)
Marc O'PoloKatastrophal: 52,5 Punkte (ungewichtet: 35)
Willy BognerKatastrophal: 30 Punkte (ungewichtet: 20)
EscadaKatastrophal: 10,5 Punkte (ungewichtet: 7)
Brax LeineweberKatastrophal: 3 Punkte (ungewichtet: 2)

Den vollständigen Pressestellentest lesen Sie im März-Heft.

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