Pressestellentest: Solarunternehmen

Heiter bis wolkig

Im Pressestellentest geben die Solarfirmen ein uneinheitliches Bild ab. Conergy siegt mit sehr guter Leistung, Marktführer Solarworld und andere melden sich gar nicht mehr zurück. Gefragt waren Zahlen zum Thema Solarparks auf Freiflächen und Einschätzungen zur politischen Energiewende nach Fukushima.

(Foto: ddp)

Hektische Monate liegen hinter allen, die sich in der deutschen Energiebranche bewegen. Nach der Atomkatastrophe in Fukushima wurden in Windeseile zahlreiche neue Gesetze durch Bundestag und -rat getrieben – Deutschland hat seine Energiewende politisch ins Trockene gebracht. Mehr Aufmerksamkeit hat dieses Projekt – gewollt oder ungewollt – auch für die Unternehmen im Feld der erneuerbaren Energien gebracht. Dort prallen Energie, Politik und Technik aufeinander. Viel zu tun, viel zu erklären für die Sprecher der Firmen.

Im Pressestellentest haben wir uns die Produzenten von Solarzellen vorgenommen. Gefordert waren konkrete Stellungnahmen zu Unternehmensinterna und zur Politik. Zwei Fragen bezogen sich auf größere Solarparks, die auf freien Flächen entstehen können – in Deutschland aber zum Missfallen der Branche fast gar nicht mehr staatlich gefördert werden: 1) Wie groß ist die Freifläche, die Ihr Unternehmen im vergangenen Jahr mit Solarzellen bestückt hat? 2) Wie teuer ist die Erzeugung von Solarstrom mit Zellen Ihres Unternehmens? Zwei weitere Fragen drehten sich ums große Ganze: 3) Welche positiven und negativen Folgen wird die von der Politik vollzogene Energiewende für Ihr Unternehmen haben? 4) Wie bewerten Sie generell das Handeln der deutschen Bundesregierung nach Fukushima? Für den Bundesverband Solarwirtschaft wurden die Fragen entsprechend angepasst. Ebenso für den Bundesverband WindEnergie, die Interessenvertretung einer anderen Branche, die durch die Energiewende stärker in den Fokus gerät und mit den Sonnenstromern um Geld und Gunst konkurriert.

Der Himmel verdunkelte sich im Test schnell. „Den Teufel werde ich tun und Ihnen die Zahlen nennen“, sagt eine Sprecherin. Konkrete Preise verrät niemand – damit war zu rechnen. Die besseren Kandidaten bieten immerhin Richtwerte aus der Branche, erklären allgemein die Kostenvorteile oder schicken Strompreisstudien. Viele aber bügeln die Fragen einfach ab oder verlieren sich in Werbesprech zur Lebensdauer ihrer Anlagen.

Ebenso vorsichtig sind die Öffentlichkeitsarbeiter, wenn es um die Beurteilung der Bundesregierung geht. „Haben das andere Unternehmen wirklich gemacht?“, erkundigt sich ein Sprecher – ringt sich dann aber aus dem Stegreif zu einem durchaus zitierfähigen Statement durch.

Die Testtabelle zeigt Licht und Schatten. Conergy reagiert zügig, ausführlich und zitierfähig – und holt damit den Sieg. Der Bundesverband Solarwirtschaft mobilisiert gleich mehrere Mitarbeiter, um die Anfrage innerhalb weniger Stunden zu beantworten. Solon braucht etwas länger, liefert aber gut verwertbare Antworten. Am unteren Ende des Rankings stehen drei Pressestellen, die sich gar nicht mehr zurückmelden. Letzter wird der Bundesverband WindEnergie: Er verspricht bei einem Telefonat zwar ausführliche schriftliche Antworten bis zum Schluss der Testwoche – doch am Ende herrscht Flaute im Posteingang.

Der Testsieger: Conergy

Der Letzte: Bundesverband WindEnergie

Den ganzen Pressestellentest mit den Einzelbewertungen aller Kandidaten lesen Sie in der August-Ausgabe des prmagazins.

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