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Ausgabe 02/2019

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Autor

Redaktion

verfasst am

05.02.2019

im Heft

02/2019

Schlagworte

Pressestellentest, soziale Netzwerke, Facebook, Snap, Xing, LinkedIn, Pinterest, Google, Twitter, Tumblr

Pressestellentest

Absturz mit System

(Illustration: Tatyana/Fotolia.com)


Die Unternehmen hinter den sozialen Netzwerken haben offenbar wenig Interesse am Thema Datenschutz. Diesen Eindruck vermittelt die Stichprobe in unserem Pressestellentest. Nach den vielen Skandalen hätte man das Gegenteil erwartet. Einzig Facebook liefert eine halbwegs informative Auskunft.


Soziale Netzwerke versorgen Nutzer mit Nachrichten, die zu deren Beiträgen und Interessen passen. Vom Rest der Welt schirmen sie die User ab. Einen solchen Algorithmus scheinen die Unternehmen auch für ihre Pressearbeit erfunden zu haben, allerdings für sich selbst – und für Anfragen zum Thema Datenschutz interessieren sich die Sprecher ganz offenbar nicht. 

Einer professionellen Pressearbeit hinderlich ist schon der Kontaktservice im Internet. Telefonnummern für den direkten Austausch mit Journalisten fehlen auf den Homepages der meisten Unternehmen. Manche verraten gar keine Kontakte für Medienvertreter. Ein Extremfall ist Twitter: Wer seine Fragen nicht über den Kurznachrichtendienst selbst stellen will, hat schlechte Karten.


Der Testsieger: In einem insgesamt schwachen Konkurrenzfeld landet Facebook auf Platz eins – trotz einer ebenfalls nur "akzeptablen" Leistung.


Dürftig sind auch die Antworten der Pressestellen auf die Testfragen zum Thema Datenschutz. Zwar geben sich viele Kandidaten demütig und beteuern, am Thema dran zu sein. Aber ein echter Informationsaustausch bleibt die Ausnahme. Von Google, Twitter und Tumblr bekommen wir gar keine Antworten.

Eine halbwegs informative Auskunft liefert einzig Facebook. Christian Schmidt, Berater bei der Agentur APCO Worldwide, verhilft dem sozialen Netzwerk allerdings auch nur zum Prädikat „Akzeptabel“. Mit solch einer Leistung reicht es im Pressestellentest normalerweise höchstens für einen Platz im Mittelfeld. Hier bedeutet es den Sieg. Dicht hinter Facebook: Tanya Ridd von Snap, ebenfalls mit der Gesamtnote „Akzeptabel“.

Unterm Strich ist dieser Pressestellentest ein Armutszeugnis für die Unternehmen hinter den sozialen Netzwerken. Von einem Sektor am Puls der Zeit darf man mehr erwarten. Legt man unsere Stichprobe zugrunde, sind die Netzwerke den Anforderungen, die moderner Journalismus stellt, nicht gewachsen. Stattdessen bewegen sie sich in ihrer Blase, intransparent und unzugänglich.


So schnitten die Pressestellen im Test ab:

  1 – Facebook

  2 – Snap

  3 - Xing

  4 - LinkedIn

  5 - Pinterest

  6 - Google

  7 - Twitter

  7 - Tumblr

Hier geht es zu den Testkriterien.


Den vollständigen Pressestellentest mit allen Detailwertungen finden Sie in der Februar-Ausgabe des prmagazins.

Die prmagazin-Ausgabe 02/2019 - darin unter anderem:

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