Lewis

Raphael Rahn

1) Auftragsinhalte:
a) Im letzten Jahr hielt der Trend an, dass Unternehmen Kommunikation nicht mehr in einzelne Disziplinen wie PR, Social oder digitales Marketing aufteilen, sondern integrierte Lösungen und Ansätze suchen. Gerade mittelständische Unternehmen haben gezielt nach integrierten Konzepten gefragt. Im Bereich Lead Generation stieg im letzten Jahr die Nachfrage nach Account-Based-Marketing.

b) Der Hype um das Thema Influencer Marketing scheint abzuebben, und Brands setzen wieder verstärkt auf glaubhafte, authentische Multiplikatoren. Content Marketing ist nach wie vor hoch im Kurs, doch setzen Unternehmen hier verstärkt auf interne Teams.

c) Der Anteil des Digitalgeschäfts steigerte sich 2019 überproportional zu den anderen Disziplinen. Es gibt jedoch auch durchaus noch Anfragen, die den digitalen Anteil bewusst ausklammern, da die jeweiligen Unternehmen intern eine strikte Trennung zwischen PR und Marketing vornehmen. Die gefragtesten Digital-Bereiche sind SEO/SEM, Social-Media-Community-Management und Social Media Marketing, Lead-Generation-Kampagnen und Produktion von digitalem Content.

d) –

e) Wir bewegen uns in Sachen Messbarkeit bereits auf einem sehr hohen Niveau und können den Mehrwert durch KPIs wie CPC/CPL gut belegen und die Kampagnen entsprechend optimieren. Innerhalb der PR haben wir mit Lewis Analytics ein Dashboard aufgesetzt, das es Kunden ermöglicht, alle KPIs zentral und online zur Verfügung zu haben. Die Anfrage nach Messbarkeit kommt zwar auch stark von Unternehmen, doch muss jede Agentur ein eigenes Interesse habe, aktiv den Mehrwert der eigenen Leistung transparent zu machen. 

2) Auftragsumfang:
Der Umfang der Aufträge ist nicht zuletzt durch einige internationale Kampagnen und Gewinne gestiegen. Unternehmen scheinen wieder an einer langfristigeren Zusammenarbeit interessiert zu sein – unser Volumen bei Gesamtetats stieg im letzten Jahr stärker als das Projektgeschäft an. 

3) Budgethöhe:
Ist die Höhe der einzelnen Kundenetats 2019 unterm Strich im Vergleich zu 2018 gestiegen oder gesunken? Diese Frage lässt sich schwer beantworten. Je nach Industrie und finanzieller Performance des jeweiligen Unternehmens entwickelten sich die Etats in die eine oder andere Richtung. 

4) Neukundengewinnung:
Das Gewinnen spannender Kunden, die offen für Neues sind und nicht in vorgegebenen Rastern denken, ist sicher nicht einfacher geworden. Doch je komplexer die jeweilige Ausgangslage ist, desto stärker sind Unternehmen auf externe Beratung und Expertise angewiesen. Wir können uns nicht beklagen und haben einen spannenden Mix an Kunden und Themen.

5) Ausblick:
a) Ich wäre zufrieden, wenn 2020 ähnlich erfolgreich läuft wie 2019. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden in 2020 sicher nicht einfacher, so dass wir von stagnierenden Budgets ausgehen und uns lieber positiv überraschen lassen. 

b) Entscheidend wird sein, wie sich die Konjunktur und die globale Handelspolitik 2020 entwickeln werden. Ob Finanzindustrie, Automobilbranche, Energiesektor oder Logistik – es gibt kaum einen Sektor, der sich nicht neuen Geschäftsmodellen und radikal verändernden Marktanforderungen stellen muss. Zu diesen branchenbedingten Veränderungsprozessen kommen der Brexit und eine unsichere globale Handelspolitik. Entsprechend zögerlich und schleppend werden die Budgetentscheidungen getroffen werden. Agenturen müssen sehr genau herausarbeiten, welchen Mehrwert sie leisten, um die Marktposition der Kunden zu stärken.