APCO

Robert Ardelt

1) Auftragsinhalte:
a) Wir haben insgesamt mehr Anfragen in den Bereichen Unternehmenskommunikation und Krisenkommunikation bekommen. 2019 stand außerdem sehr eindeutig im Zeichen von Reputationsmanagement und Fragen, welche Auswirkungen gesellschaftspolitische Entwicklungen auf den Unternehmenserfolg haben. 

b) Wie hat sich die Nachfrage nach disziplinenübergreifenden Leistungen (PR, Marketing, Werbung, ggf. weitere ...) weiterentwickelt? Nicht wirklich eine Frage für uns: Wir fokussieren uns auf Corporate Communications, Public Affairs und Krisenkommunikation – voll integriert und komplett disziplinenübergreifend. 

c) Jedes unserer Projekte hat mittlerweile eine „digitale“ Komponente – in welcher Form auch immer. Deswegen haben wir auch aufgehört, unsere Budgets separat aufzuschlüsseln. In 2019 haben wir enorm viel über KI und VR/AR gesprochen, erklärt und gemutmaßt. Allerdings sind KI-Tools noch recht weit von der strategischen Corporate-Arbeit, die wir leisten, entfernt. Bei der Analyse hingegen sehen wir, dass Algorithmen unsere Arbeit schon heute maßgeblich beeinflussen. Aber das führt sofort zu der Diskussion, wo KI anfängt. To be discussed in 2020 ...

d) Das Thema Haltung spielt nach wie vor eine große Rolle. Die Welt wird unübersichtlicher, der Diskurs konfrontativer. Unsere Kunden kommen dadurch immer häufiger mit Haltungsfragen zu uns. Doch auch wenn die Bereitschaft, Haltung zu zeigen, deutlich gestiegen ist: Die Herausforderung ist, herauszufinden was „das Richtige“ ist, und den Mut zu haben, Entscheidungen nicht nur zu treffen, sondern auch dazu zu stehen. Viele Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, fordern deswegen explizit den kritischen Blick externer Berater. Das macht unsere Arbeit natürlich spannend – auch weil wir dadurch gezwungen werden, auch intern noch kritischer mit unseren Kunden, aber auch mit uns selbst zu sein. 

e) Ist die Forderung nach mehr Messbarkeit der Kommunikationsarbeit im Jahr 2019 auf Kundenseite nochmals lauter geworden? Da ist das Bild bei unseren Kunden sehr gemischt. Es gibt natürlich einige Kunden, die unsere Arbeit rein quantitativ messen. Der überwiegende Teil unserer Kunden bemisst den Erfolg unserer Zusammenarbeit jedoch nach qualitativen Kriterien. Die Frage nach Messbarkeit ist dabei nicht lauter, sondern differenzierter und anspruchsvoller geworden. Heute wird schlicht vorausgesetzt, dass eine Agentur verschiedene Ansätze zur Erfolgsmessung vorlegen kann.

2) Auftragsumfang:
Insgesamt ist der Umfang deutlich gestiegen. Der Großteil unseres Geschäftes läuft dabei über Retainer. Viele unserer Kunden unterstützen wir seit mehreren Jahren. Wir freuen uns sehr, dass wir daher auch ins kommende Jahr bereits mit vielen abgeschlossenen Verträgen und Budgetzusagen starten.

3) Budgethöhe:
Fast alle Etats sind 2019 gewachsen. 

4) Neukundengewinnung:
Den Großteil unseres Neugeschäfts bekommen wir über die Empfehlung bestehender oder ehemaliger Kunden. Das freut uns natürlich sehr, weil es enorme Wertschätzung für unsere Arbeit ausdrückt.  

5) Ausblick:
Wir wollen erneut zweistellig wachsen und gehen von weiter steigenden Budgets im Bereich Krisenkommunikation und Reputationsmanagement aus. Außerdem erwarte ich, dass wir 2020 verstärkt an Restrukturierungsprojekten arbeiten werden. Erste Anzeichen dafür sehen wir bereits.  

6) Weitere bemerkenswerte Trends/Entwicklungen/Herausforderungen:
Gesellschaftliche und politische Diskussionen führen zunehmen dazu, dass Geschäftsmodelle einzelner Unternehmen unter Druck geraten, ihre „licence to operate“ ist in Gefahr. Für diese Unternehmen geht es in der Kommunikation nicht mehr nur darum, Themen zu platzieren. Als Berater müssen wir mit unseren Kunden einen Schritt weiter gehen und definieren, welchen Beitrag sie zum gesellschaftlichen Diskurs leisten wollen – und können. Darüber hinaus werden Themen wie strategische Allianzbildung und Reputationsmanagement weiter an Bedeutung gewinnen.