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Autor

Christian Lawrence

Partner Brunswick, München

verfasst am

09.05.2018

im Heft

05/2018

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Ausgabe 05/2018

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Staat und Unternehmen bekämpfen Fake News und schaffen doch nur „Zensur“-Stellen. Die Lösung könnte in der Blockchain-Technologie liegen. Eine Kolumne von Christian Lawrence, Partner der Kommunikationsberatung Brunswick am Standort München.


Christian Lawrence: "Dass es der Wahrheit dient, wenn man die ,Echokammern' verengt, glaube ich nicht. Erst recht nicht, wenn das Prinzip ,Menschen statt Marken' auch die klassischen Medienmarken aussperrt."




Vor zehn Jahren wurde Munich Re mit einer gefälschten Pressemitteilung konfrontiert. Der Konzern werde seine Erstversicherungstochter Ergo an den chinesischen Versicherer PICC verkaufen, hieß es. Der Plan eines Unbekannten, der am Tag vor der Hauptversammlung die Aktie bewegen wollte, scheiterte am schnellen Dementi. Wäre er das heute auch?

Großkonzerne haben professionelle Kommunikationsprozesse und genießen grundsätzlich das Vertrauen etablierter Medien. Klar ist aber auch, dass Manipulationsversuche zunehmen, etwa über die Verbreitung von Fake News und deren Verstärkung durch Bots.

Gesamtgesellschaftlich ist das Problem erkannt, wird aber bisher mit untauglichen Mitteln bekämpft. Der deutsche Gesetzgeber hat mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) eine Zensurinfrastruktur geschaffen, die wegen der kurzen Löschfristen und der hohen Bußgelddrohung im Zweifel zur Löschung grundgesetzlich geschützter Meinungen führt.

Facebook als wichtigste Plattform wiederum reagiert mit einer Veränderung des für den individuellen Newsfeed verantwortlichen Algorithmus. Freunde und Familienmitglieder bekommen Vorrang vor Unternehmen und Medien. Vordergründig weil die Glaubwürdigkeit höher sei, sicherlich auch weil dadurch mehr Kommentare, Shares und Likes erwartet werden. 

Dass es der Wahrheit dient, wenn man die „Echokammern“ verengt, glaube ich nicht. Erst recht nicht, wenn das Prinzip „Menschen statt Marken“ auch die klassischen Medienmarken aussperrt. Die Lösung könnte in dezentralen Vorhersagemärkten liegen, die mit Blockchain-basierten Kryptowährungen arbeiten. Interessante Start-ups wie Userfeeds, Augur, onG.social oder Publiq wollen den Nutzern die Hoheit über die Vertrauenswürdigkeit hinterlegter Inhalte geben. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Wie sich Fake News aus Sicht von Christian Lawrence mithilfe von Vorhersagemärkten konkret enttarnen lassen könnten, lesen Sie in unserer Mai-Ausgabe.

Die Mai-Ausgabe 2018 ist da. Darin unter anderem:

Ground Control: Seit Andreas Lampersbach bei dem Rückversicherer
Munich Re im Amt ist, geht es bodenständiger zu in München.

Corporate Influencer: Die eigenen Mitarbeiter sind die besseren Markenbotschafter im Netz. Wie man sie findet und führt.

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