Detailinformationen

Autor

David Selbach

Freier Autor

verfasst am

08.06.2018

im Heft

06/2018

Das aktuelle Heft
Ausgabe 06/2018

Zum Inhalt

Abos und Einzelhefte

Finanzkommunikation

Humor zur HV


Finanzkommunikatoren sollten sich stärker an Diskussionen in Social Media beteiligen, fordern Berater schon länger. Die Dax-Konzerne tun das zunehmend. Vorreiter sind laut der aktuellen FTI-Untersuchung „Social DAX 2018“ Daimler, Infineon und Siemens. Wir haben uns genauer angeschaut, wie sie Strategien, Zahlen und Dividenden in die Sprache von Twitter, LinkedIn und Co übersetzen.

Am 9. Mai twitterte Felix Sparkuhle die GIF-Animation eines Tetris-Computerspiels aus den frühen 1990er Jahren. Bunte Klötzchen fielen in Dauerschleife auf einen Stapel – ein unbekannter Spieler puzzelte sie in die passenden Lücken. Pixelig sah das aus, putzig und irgendwie nach der Kinderstube des Computerzeitalters. 

Sollte es auch. Denn dazu textete Sparkuhle, Pressesprecher beim Dax-Konzern Siemens: „It seems like our digital investments are paying off!“ Wer den Hashtag #siemensresults anklickte, landete bei der Siemens-Meldung zu den Quartalszahlen. Zentrale Botschaft: Das Digitalgeschäft der Münchner läuft bestens, auch weil das Unternehmen schon lange daran arbeitet.

Tetris reloaded – Siemens befolgt bei seiner Finanzkommunikation in sozialen Medien dieselben Regeln, die auch sonst für gute Social-Media-Kommunikation gelten: nicht zu lang, nicht zu kompliziert und gern mit einem Augenzwinkern.





„Siemens war früh dran beim Thema Digitalisierung, und das zahlt sich nun aus“, erklärt Sparkuhles Chef Robin Zimmermann, der die Media Relations von Siemens leitet. „Wir haben im Team besprochen, wie wir diese Botschaft auf Twitter bringen können, dabei aber ein bisschen um die Ecke denken und nicht bierernst bleiben.“ Sparkuhle setzte die Tetris-Nummer um, seine Kollegen retweeteten sie auf dem Account @siemens_press. 

Mit bisher 13 Likes und vier Retweets ist das Ganze zwar nicht gerade ein Triumph, aber für Zimmermann trotzdem ein Beispiel, wie Finanzkommunikation in sozialen Medien aussehen kann: „Hier gelten dieselben Regeln wie sonst auch für gute Social-Media-Kommunikation“, sagt er. „Nicht zu lang, nicht zu kompliziert – und gern mit einem Augenzwinkern.“

Und die Inhalte sollten zur Zielgruppe passen. So auch hier: Die vorwiegend männlichen Mitglieder der Finanz-Community dürften mehrheitlich in einem Alter sein, in dem sie Tetris noch von früher kennen, glaubt Zimmermann.

Die Finanzkommunikation erobert die sozialen Medien. FTI Consulting hat für das Geschäftsjahr 2017 untersucht, wie umfangreich und wie gut die Dax-30-Unternehmen auf diesem Weg Finanzbotschaften unter die Leute brachten. Ergebnis: Sie sind immer „professioneller, vielfältiger und erfolgreicher“ unterwegs, so die Studienautoren.

Im Vergleich zur Vorgängeruntersuchung 2016 stieg die Zahl der Interaktionen pro Post um durchschnittlich 120 Prozent. Am beliebtesten bei Finanzkommunikatoren ist Twitter, gefolgt von LinkedIn und Facebook – Letzteres verliert aber an Bedeutung. Auch Xing und Instagram kommen zum Einsatz. 

Berater fordern schon länger, dass sich Finanzkommunikatoren stärker an den Diskussionen in der digitalen Welt beteiligen. Kirchhoff Consult etwa hat sich vor Kurzem mit der Hamburger Medienwerft zusammengetan, um gemeinsam das „wachsende Feld der Social Media Investor Relations“ zu beackern.

Hering-Schuppener-Partner Simon Steiner argumentierte in der Februar-Ausgabe des prmagazins: „Die Netzwerke bieten optimale Möglichkeiten, nicht nur die Reichweite von Botschaften zu erhöhen, sondern diese auch direkt an die relevanten Zielgruppen zu übermitteln.“ Per Targeting erreichen Aktiengesellschaften gezielt Finanzjournalisten, Analysten und Investoren. 

Das lohnt sich, denn die Finanz-Community informiert sich längst auch über Social Media. Das zeigt der „Social Media Survey“ der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Assetmanagement (DVFA). Die FTI-Untersuchung „Social DAX“ sieht Daimler, Infineon und Siemens als Vorreiter. 

Dieser Text ist ein Auszug. Welche Strategien Daimler, Infineon und Siemens bei ihrer Social-Media-Finanzkommunikation im Detail verfolgen, lesen Sie in der Juni-Ausgabe des prmagazins.


Die Juni-Ausgabe 2018 ist da. Darin unter anderem:

Hochoctan: Wie Matthias Eberle mitten im Großumbau von Eurowings die Kommunikation der neuen Gruppe zukunftsfest aufstellt.

Humor zur HV: Die Finanzkommunikation erobert die sozialen Medien. Wir stellen die Strategien der Vorreiter Daimler, Infineon und Siemens vor.

Ausgabe kaufen, Abo/Probeabo abschließen