Detailinformationen

Autor

Benjamin Minack

Geschäftsführer ressourcenmangel, GWA-Präsident

verfasst am

06.08.2019

im Heft

08/2019

Schlagworte

Benjamin Minack, ressourcenmangel, Agenturauswahl, Pitch, Standpunkt

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Ausgabe 08/2019

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Standpunkt

Unendliche Geschichte – Happy End?

Icon: martialred/Fotolia.com


Beim Thema Agenturauswahl treten Agenturen und Auftraggeber seit einem halben Jahrhundert auf der Stelle, meint Benjamin Minack. Der Geschäftsführer von ressourcenmangel und GWA-Präsident ruft dazu auf, Schluss zu machen mit dem Pitch-Irrsinn.


Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel veröffentlichte einen kritischen Artikel zum Thema Agenturauswahl. Darin heißt es unter anderem, zwei Drittel aller Arbeiten von Agenturen erblickten nie das Licht der Welt, da sie allein für Wettbewerbspräsentationen (neudeutsch „Pitches“) erstellt würden. Der Aufwand für die Teilnahme an einer Wettbewerbspräsentation sei so hoch, dass im Fall einer Niederlage das Ende der unterlegenen Agentur drohe. 

In dem Beitrag wird ein Agenturchef zitiert, Pitches seien schlicht eine Vergeudung von „Geist, Zeit, Geld und Arbeitskraft“. Bei Wettbewerbspräsentationen sei es etwa so, als „müssen Baufirmen erst mal 80 Kilometer Autobahn auf Probe bauen, wenn sie einen Auftrag über 100 Kilometer haben wollen“. Und so fort. 

Der zitierte Artikel ist in Ausgabe Nummer 47 des Jahres 1966 erschienen. Das mag man ganz witzig finden. Oder schrecklich traurig. Zeigt es doch, dass Agenturen und Auftraggeber beim Thema Agenturauswahl offenbar keinen Schritt vorangekommen sind. In mehr als 50 Jahren.


Benjamin Minack, ressourcenmangel: "Seit mehr als 50 Jahren verbrennen Agenturen und Unternehmen Unsummen. Beenden wir das."


Es waren zwei Königskinder [...], die konnten zusammen nicht kommen. Warum?

Gut ist: Alle Beteiligten wollen im Prinzip dasselbe. Gemeinsam die Marke des betreffenden Unternehmens voranbringen, dessen (und den eigenen) Erfolg mehren. Doch der Weg zueinander hat seine Tücken. Beginnen wir mit der Komplexität der Aufgabe. Auftraggeber können in Deutschland laut Destatis aus 33.000 (!) Unternehmen wählen, die sich als Werbeagentur bezeichnen. 

Das Angebot auf dem Agenturmarkt zeichnet sich dabei nicht nur durch Größe, sondern auch durch Vielfalt aus. Es gibt Spezialisten für bestimmte Branchen beziehungsweise Marktsegmente wie Healthcare- oder B2B-Kommunikation oder für den Öffentlichen Sektor. Es gibt Spezialisten für digitale Kommunikation, für PR, für Live-Kommunikation. Es gibt internationale Agenturen. Es gibt Media-Agenturen, die für die effektive und effiziente Platzierung von Werbebotschaften zuständig sind. 

Eine aktuelle Studie des GWA zeigt, dass sich Unternehmen bei der Agenturauswahl vor allem auf persönliche Kontakte und Empfehlungen verlassen. Weitere wichtige Informationsquellen sind Branchen-Rankings und die Webseiten der Verbände. Randnotiz: Verbände wie der GWA und die GPRA nehmen nur solche Agenturen als Mitglieder auf, die bestimmte quantitative und qualitative Kriterien erfüllen. Online-Angebote wie beispielsweise Agentur-Matching können ebenfalls helfen. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der August-Ausgabe des prmagazins, warum Pitches immer wieder für Unmut sorgen und welche kreativen Alternativen Benjamin Minack empfiehlt.

Die prmagazin-Ausgabe 08/2019 – darin unter anderem:

Die Grenzenlose: Kristina Faßler leitet bei WeltN24 Kommunikation, Marketing und Sales aus einer Hand. Und ist zudem Sendersprecherin.

"Sehr bewegte Lage": Vodafone-Kommunikationschef Alexander Leinhos über die PR-Schlacht rund um die 5G-Lizenzversteigerung.

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