Detailinformationen

Autor

Bernhard Fischer-Appelt

Vorstand fischerAppelt

verfasst am

10.12.2019

im Heft

12/2019

Schlagworte

Standpunkt, Bernhard Fischer-Appelt, fischerAppelt, Zukunft der Kommunikation

Das aktuelle Heft
Ausgabe 12/2019

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Standpunkt

"Den Kern fokussieren"

(Illustration:shockfactor.de/Adobe Stock)


Carbon-Ausstieg, Big Data, personalisierte Medizin – die Menschheit hat sich Großes vorgenommen. Zugleich hat sich die Kommunikation im Social Web atomisiert. Über das Individuelle, Persönliche hat die Gesellschaft die strategischen Prioriäten aus dem Blick verloren, flankiert von einem gefährlichen Moralismus. Gefordert sind neue Narrative, meint fischerAppelt-Vorstand Bernhard Fischer-Appelt – sonst verlieren wir die Zukunft.


Die Zukunft ist eine wunderbare Kommunikationsaufgabe.
Niemand kann sie vorhersagen, aber gleichzeitig wollen alle wissen, was als Nächstes oder Übernächstes kommt. Die perfekte Grundlage also, um Zukunft mitgestalten zu können. Am Besten natürlich in Form von Utopien, zum Beispiel technologiebasierten wie der Ein- und Auslesbarkeit des menschlichen Hirns, allerlei Fluggeräten, automobilen Drohnen und Brillen, die das Sehen und Sein erweitern. 


Bernhard Fischer-Appelt: PR-Profis sollten sich nicht nur instrumentell, sondern auch inhaltlich einbringen und stärker auf etwas Großes setzen.


Aber auch Dystopien stehen hoch im Kurs, vor allem politische. Im Wahlkampf um das Brexit-Referendum wurden systematisch Infomercials eingesetzt, die zum Beispiel vor einer imaginären türkischen Einwanderungswelle auf die Insel Angst machten und durch die individuelle Ausspielung über Social Media weitgehend dem öffentlichen Diskurs entzogen wurden. Risiken und Zukunftsängste auf Basis konstruierter Gerüchte waren und sind starke politische Motive. 

Utopische Zukunftsentwürfe lassen sich wunderbar mit dystopischen kombinieren.  Wer schnell eine Utopie konstruiert, besetzt und bespielt, setzt den Wettbewerb der Dystopie des Untergangs aus, dem Motiv des Hinterherseins und Aufholenmüssens. Der Begriff „Disruption“, der heute zum alltäglichen Sprachgebrauch gehört und eigentlich die Revolution im Geschäftsmodell meint, suggeriert, dass man nur eins sein kann: entweder Gewinner oder Verlierer, gestrig oder zukünftig – und dass es vor allem darauf ankommt, der Erste und Schnellste dabei zu sein. Ist das wirklich richtig? 

In Deutschland gibt es wenige Börsenkurse, die durch Utopien aufgeblasen sind. Eher wirken die Bewertungen einiger Weltmarktführer zu konservativ. Solide und langweilig liegen nah beieinander. Und von den Angst machenden Dystopien, in denen derzeit viele Länder und Regierungen gefangen sind, wird Deutschland weniger regiert, „German Angst“ zum Trotz. Aber es geht nicht um die Gegenwart, sondern um die Zukunft! Und die könnten wir jederzeit verlieren, wenn wir jetzt nicht das Richtige tun. 

Was bringt also die Zukunft für die Kommunikation? 

Nun beginnen die Zwanziger Jahre. Nicht nur eine Zeit, die man endlich wieder in einem sexy Wort fassen kann (nach den Nullen und den Zehnern). Auch eine Zeit, in der nicht Kleines, sondern Großes ansteht. Für die Zwanziger hat sich die Menschheit einiges Technisches vorgenommen: den Carbon- Ausstieg, was effektiv hauptsächlich den Ersatz von Kohleverbrennung bedeutet.  [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des prmagazins, wie sich mit dem Siegeszug des Social Web die Kommunikation atomisiert hat, warum das wirklich Wichtige aus dem Blick geraten ist und welchen Appell Bernhard Fischer-Appelt an die Kommunikationsbranche richtet.

Die prmagazin-Ausgabe 12/2019 – darin unter anderem:

Der Storyteller: Gerd Koslowski erklärt beim Düsseldorfer Handelskonzern Metro die Auflösung eines Konglomerats – ganz ohne Hexenwerk.

Unternehmens-Purpose: Bullshit oder Bingo? Bloß ein Buzzword oder echter Trend? Wie sich PR-Profis dem Thema nähern sollten.

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