Detailinformationen

Autor

Christiane Schulz

Präsidentin Gesellschaft Public Relations Agenturen

verfasst am

10.05.2019

im Heft

05/2019

Schlagworte

PR-Netzwerkagenturen, PR-Networks, #AgenturderZukunft, Christiane Schulz, Gesellschaft Public Relations Agenturen, GPRA

Das aktuelle Heft
Ausgabe 05/2019

Zum Inhalt

Abos und Einzelhefte

Standpunkt

Klarheit und Konsequenz


In prmagazin 11/2018 hat Susanne Marell zur Debatte über die #AgenturderZukunft aufgerufen. GPRA-Präsidentin Christiane Schulz, die sich im April als Deutschland-CEO von Weber Shandwick verabschiedete, nimmt den Faden auf. Ihr Thema: Wie können PR-Netzwerkagenturen in Zukunft im deutschen Markt erfolgreich sein? Vier Thesen.
 


Beim Stichwort „Netzwerkagenturen“ scheiden sich in Deutschland häufig die Geister.
Haben Agenturen allgemein, zum Beispiel als Arbeitgeber bei der Nachwuchsgewinnung, mit vielen Klischees zu kämpfen, so scheinen die Herausforderungen für Netzwerkagenturen noch einmal etwas spezieller. Ich kann mich nicht erinnern, wann ein PR-Network in Deutschland das letzte Mal zur „Agentur des Jahres“ gekürt wurde. 

Bei mir ist der Eindruck entstanden, dass am Ende immer die Sympathiepunkte für inhabergeführte Agenturen den Ausschlag geben – vielleicht bin ich hier nach 20 Jahren in Networks jedoch auch ein wenig befangen. Ich finde, es gibt die eine oder andere Netzwerkagentur, die für ihre Performance im Markt eine Auszeichnung verdient hätte.


Christiane Schulz: "Will ein Network weiter organisch profitabel in den nationalen Märkten wachsen, muss es sich schnell transformieren."


Netzwerkagenturen sind ein fester Bestandteil in unserem Markt, und sie bringen Kunden und Mitarbeitern viele Assets: immer nah an den neuesten globalen Trends und Entwicklungen, internationaler Wissenstransfer und Entwicklungsmöglichkeiten, spannende Projekte für Global Player mit großem Impact und anderes mehr. 

Was viele häufig vergessen: Um nachhaltig im lokalen Markt erfolgreich zu sein, sollte eine Netzwerkagentur um die 70 Prozent lokales Business haben, und dazu muss sie fest im jeweiligen Markt verankert sein. Unter den 20 größten Agenturen in Deutschland gibt es laut Pfeffer-Ranking sieben Network-Agenturen. Es ist deutlich erkennbar, dass diese nicht so dynamisch wachsen wie inhabergeführte Agenturen.

Als Teil börsennotierter Holdings liegt der strategische und operative Fokus von Networks immer auf profitablem Wachstum. Und selbstverständlich gibt es für den deutschen Markt echte Benchmarks zu erzielen. Häufig höre ich hier ein mitleidiges „Ihr Armen“. 

Da denke ich anders und möchte an dieser Stelle einmal ausdrücklich hervorheben, warum: Wachstum zeigt, dass man in einem Markt etwas „Richtiges“ tut. Es ist ein Spiegelbild der Wertschätzung bei Kunden. Es ermöglicht, neue und abwechslungsreiche Aufgaben zu übernehmen. Es schafft schneller neue Anreize und Chancen für Mitarbeiter und hilft, die besten von ihnen zu halten. 

Profit macht harte Arbeiten angenehmer. Er ist die Reflexion dessen, was unsere Zeit und unser Engagement wirklich wert sind. Und es ermöglicht uns, in unser Geschäft und unsere Mitarbeiter zu investieren. Wichtig ist, dass auch tatsächlich investiert wird – dies sehe ich zugegebenermaßen mehr bei inhabergeführten Agenturen. Profitables Wachstum ist also etwas sehr Gutes – aus meiner Sicht und vermutlich auch aus Sicht aller anderen Unternehmer.

Wenn eine Netzwerkagentur weiter organisch profitabel in den nationalen Märkten wachsen möchte, dann muss sie sich schnell und konsequent transformieren. Denn die Geschwindigkeit, mit der neue Technologien und Plattformen auf den Markt kommen und die Mediennutzung sich verändert, wird noch zunehmen. 

Einige der folgenden Aspekte dürften auch für inhabergeführte Agenturen gelten – auf dem Feld bin ich jedoch keine Expertin. Hier meine vier Thesen für einen zukünftigen Erfolgskurs von PR-Network-Agenturen:

These 1: Klarheit beim Führungsstil entscheidet über Erfolg.

These 2: Nur konsequente Geschäftsmodelle werden überleben.

These 3: Klarer Fokus auf ein Portfolio von „Boutiquen“ sichert Wachstum.

These 4: Nur konsequentes Leben der Matrixorganisation sichert Effizienzgewinne. [...]


Dieser Text ist ein Auszug. In der Mai-Ausgabe des prmagazins begründet GPRA-Präsidentin Christiane Schulz ausführlich ihre Thesen.

Und: Die Diskussion über die #AgenturderZukunft geht weiter. Im Juli-Heft liefert fischerAppelt-Vorstand Matthias Wesselmann seinen Beitrag zur Debatte.

Die prmagazin-Ausgabe 05/2019 – darin unter anderem:

Der Zehnkämpfer: PR-Allrounder Thorsten Möllmann muss bei dem Zulieferer die Wende zu E-Mobilität und Industrie 4.0 erklären.

Daten statt Bauchgefühl: Mit "Predictive Communications" könnte sich ein Wunschtraum erfüllen – die Technik ist aber noch im Experimentierstadium.

Ausgabe kaufen, Abo/Probeabo abschließen