Detailinformationen

Autor

Joachim Koschnicke

Partner Hering Schuppener, Berlin

verfasst am

07.08.2020

im Heft

08/2020

Schlagworte

Joachim Koschnicke, Hering Schuppener, Standpunkt, Corona-Krise, Communications, Public Affairs, Strategie, Planung

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Ausgabe 08/2020

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Standpunkt

From Voodoo to Value

(Illustration: vectomart/Adobe Stock)

In Unternehmen werden Communications und Public Affairs mit Strategie und Planung verschmelzen, ist Joachim Koschnicke überzeugt, Partner bei Hering Schuppener in Berlin und davor Leiter Strategische Planung der CDU Deutschlands und verantwortlich für Public Policy & Industry Strategy bei Opel. Die Corona-Krise bedeutet eine Chance, diesen Wandel zu beschleunigen.


Mein Sohn hat es neulich beim Essen auf den Punkt gebracht:
„Die Strategie definiert den Startpunkt A und die Zieladresse B, die Kommunikation definiert, warum man nach B aufbrechen sollte, und die Planung, wie man von A nach B kommt.“ Man könnte es fast dabei belassen und aus dieser Logik den Schluss ziehen, diese drei Disziplinen zusammenzulegen, statt sie getrennt marschieren zu lassen. Aber vielleicht wird es mit „drei plus einer“ These noch überzeugender.


These 1: Kommunikation und Public Affairs werden dann zum strategischen Vorteil, wenn sie bereits bei der Strategieentwicklung mit am Tisch sitzen.


Joachim Koschnicke: Die Disziplinen PR und Affairs haben immer noch „Voodoo-Charakter“. Die Zeit ist reif, das zu ändern!


Wir kennen das alle: „Jetzt noch schnell die Kommunikationsleute einbinden, die die PM schreiben. Wir sehen uns Montag.“ Diese Art der Arbeitsteilung wird weniger, aber es gibt sie noch. Man müsste die entsprechenden Kollegen der Unternehmenskommunikation jeden Morgen mit Handschlag an der Tür empfangen und ihnen Dank aussprechen, dass sie überhaupt zur Arbeit zurückkehren. Denn sie sind dadurch natürlich beschnitten und können ihre Kompetenzen nur partiell einbringen.

Dazu kommt, dass Kommunikatoren ihren Stakeholdern aus Medien, Politik und Gesellschaft nur dann glaubwürdig Argumente und Strategien vermitteln können, wenn das als fortlaufende Investition verstanden wird. Kommunikation und Stakeholder-Management sind nicht mit Ad-hoc-Nachrichten zu verwechseln.

Dies wird umso wichtiger, wenn die Strategie auch eine Restrukturierung beinhaltet. Deren Gründe, ihre Umsetzung und ihre Auswirkungen für das Team, für die Kunden, für die Geschäftspartner, die Standorte und für die Steuereinnahmen der Städte und Länder müssen nicht nur gelernt, sondern auch verstanden werden.

Nur so kann Kommunikation Wirkung entfalten, und nur so können die Kommunikatoren sich allumfassend einbringen: zunächst bei der Strategieentwicklung durch das Einnehmen der unterschiedlichen Stakeholder-Perspektiven – und zuletzt bei der Entwicklung einer passgenauen Kommunikationsstrategie und Planung. Das gegenteilige Szenario steht für den Worst Case: Vertrauensverlust und Enttäuschung durch unvollständige Information statt vollständige Kommunikation. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie den kompletten Standpunkt von Joachim Koschnicke in der August-Ausgabe des prmagazins. Darin: Wieso Kommunikation und Public Affairs nach innen und außen wirken wie sonst nur der Vorstand, wie Kommunikation und Public Affairs zur harten Währung werden können und warum Covid-19 Unternehmen die Chance bietet, eine Brücke zwischen Wirtschaft und Politik zu bauen.

Die prmagazin-Ausgabe 08/2020 – darin unter anderem:

Die Rationale:
Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut war die inoffizielle Corona-Pressestelle der Bundesregierung.

From Voodoo to Value: Communications und Affairs werden mit Strategie und Planung verschmelzen, meint Joachim Koschnicke von Hering Schuppener.

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