Detailinformationen

Autor

Karsten Lohmeyer

Geschäftsführer sayang.gmbh

verfasst am

06.10.2020

im Heft

10/2020

Schlagworte

Karsten Lohmeyer, sayang.gmbh, Standpunkt, Content Marketing, Corona-Krise, Digitalisierung

Das aktuelle Heft
Ausgabe 10/2020

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Standpunkt

Auf Augenhöhe

(Illustration: whitehoune/Adobe Stock)

Die Corona-Krise ist auch ein Digitalisierungs-Tsunami. Viele Firmen werden ihre Kommunikationsmaßnahmen überprüfen und eine neue Strategie entwickeln müssen. Die Zukunft liegt im Content Marketing, meint Karsten Lohmeyer, bekannt durch das Blog lousypennies.de und als Chief Content Officer bei der Content-Marketing-Agentur der Deutschen Telekom. Idealerweise folgt daraus eine neue Art des Arbeitens, hofft der Co-Geschäftsführer der Content-Marketing-Agentur sayang.gmbh: vertrauensvoll und kooperativ.


Über die Zukunft der Kommunikationsbranche schreiben wir Medienmacher ja gern. Doch selten war es gleichzeitig so schwierig und so einfach, die Glaskugel anzuschmeißen und verlässliche Ergebnisse aus ihr zu lesen wie in Zeiten der Corona-Krise. Es ist so einfach, weil sich einige lange prophezeite Entwicklungen rasant beschleunigt haben. Viele Vorhersagen der vergangenen Jahre sind durch den Corona-Tsunami deutlich schneller eingetroffen als befürchtet. Es ist so schwierig, weil die Corona-Krise auch eine allgemeine Unsicherheit für alle in der Medienszene mit sich bringt. Sie macht langfristige Vorhersagen noch spekulativer, als sie es vorher schon waren. Corona hat auch die Glaskugel infiziert.

Das Virus rafft auch die Medien dahin


Karsten Lohmeyer: "Die Zukunft der PR und der Unternehmenskommunikation liegt in einer Kombination aus Altbewährtem und der neuen, digitalen Kommunikation."


Schauen wir also erst mal darauf, was Corona bereits angerichtet hat: Das Virus hat – und man möge mir diesen etwas makaberen, aber treffenden Vergleich verzeihen – viele Medien, die bereits an schweren Vorerkrankungen litten, blitzschnell dahingerafft. Aus PR-Sicht eine mittlere Katastrophe. Denn wenn altgediente Medien verschwinden, verschwinden auch klassische Abspielflächen für PR, und lange eingespielte Partnerschaften, ja, Netzwerke sind dahin, wenn Journalisten entlassen oder in den Vorruhestand geschickt werden.

Das trifft auch digitale Medien. Vor allem aber Print. Ein Beispiel: Im August dieses Jahres gab Condé Nast bekannt, die Corona-Krise habe die eigene Zukunftsplanung „dynamisiert“. Also wolle man ab 2021 die Zeitschrift GQ – Gentlemen’s Quarterly nur noch viermal im Jahr herausbringen, das Schwesterblatt Glamour nur noch sechsmal. Jetzt kann man recht einfach ausrechnen, wie viele gedruckte Seiten für Produktpräsentationen, Meldungen und Interviews mit Firmenvertreter*innen jetzt wegfallen. Und damit auch Chancen für PR-Agenturen, mit Clippings in hochwertigen Magazinen bei ihren Auftraggebern zu glänzen.

Wenn Print stirbt, muss sich die PR wandeln

Wenn die Printbranche stirbt, muss sich also auch die PR-Branche wandeln. Jetzt noch schneller, als noch vor wenigen Monaten gedacht. Selbst die, die vielleicht glaubten, dass man sich schon noch die letzten fünf, sechs Jahre bis zur Rente werde durchwursteln können, erkennen jetzt, dass sie ganz schnell eine neue, eine digitale Strategie entwickeln müssen – und es hoffentlich nicht zu spät dafür ist.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin beeindruckt, wie vielen Agenturen und Unternehmenskommunikatoren in meinem Umfeld der digitale Wandel bereits gelungen ist – beziehungsweise wie viele auf einem guten Weg dorthin sind. Immer noch eine große Herausforderung dabei: den internen Stakeholdern oder Kunden klarzumachen, dass digitale Clippings auch was Tolles sind, weil öffentliche Meinung heute schon zu gefühlt 110 Prozent im Netz gemacht wird. Außerdem lassen sich, anders als beim tollen Print-Clipping, Reichweiten und Wirkungen deutlich besser nachweisen.

Die Zukunft liegt im Content Marketing

Blicken wir also in die Zukunft der PR und der Unternehmenskommunikation. Auch sie liegt nach meiner Einschätzung genau da, wo wir sie schon vor fünf Jahren gesehen haben: in einer Kombination aus Altbewährtem, solange es noch nennenswerte Ergebnisse erzielt, und der neuen, digitalen Kommunikation, die sehr stark vom ursprünglichen Gedanken des Content Marketing geprägt ist. [...]


Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des prmagazins: Warum bei der Digitalisierung der Kommunikation
aus Karsten Lohmeyers Sicht noch mehr geht. Wieso er sich bei der digitalen Kommunikation von Unternehmen oft noch vorkommt wie beim Kinderfußball. Wie Marketing und Kommunikation zusammenarbeiten müssen. Was all das für die Auswahl von Dienstleistern heißt. Und warum dem vertrauensvollen Miteinander zwischen Unternehmen und Agenturen die Zukunft gehört.

Die prmagazin-Ausgabe 10/2020 – darin unter anderem:

Die Neue:
Kristin Breuer kam mitten in der Covid-19-Pandemie zum Pharmaverband vfa. Ein Sprung ins ganz eiskalte Wasser war es trotzdem nicht.

Historische Nullleistung: Im Pressestellentest der Streaming-Dienste zeigt sich Disney von seiner schlechtesten Seite. Es gibt aber auch echte Lichtblicke.

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