Detailinformationen

Autor

Magdalena Rogl

Head of Digital Channels, Microsoft Deutschland

verfasst am

05.02.2019

im Heft

02/2019

Schlagworte

Standpunkt, Magdalena Rogl, Microsoft Deutschland, Emotionalität, Emotionen

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Ausgabe 02/2019

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Standpunkt

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(Illustration: danjazzia/Fotolia.com)


Emotionalität im Beruf ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Und sie ist die Grundlage erfolgreicher Kommunikation, meint Magdalena Rogl, Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland.


Lena, ich finde Du bist viel zu emotional. Und damit untergräbst Du Deine Autorität. Zwei Sätze, vor zwei Jahren, die mich erst wahnsinnig verunsichert haben, die Grund waren, mich intensiv mit mir selbst auseinanderzusetzen – und die letztlich dazu geführt haben, dass ich ein Emotion Evangelist geworden bin. 

Im Mai 2017 war ich auf einer großen Konferenz in den USA. Es ging um Kommunikation, Digitalisierung und viele andere Themen. Wenn ich auf solchen Veranstaltungen bin, gerate ich oft in einen merkwürdigen Zustand zwischen Neugier auf Menschen und Themen, Inspiration durch Geschichten und Vorbilder, Überforderung durch zu viele Informationen, Müdigkeit, Tatendrang und Zweifel – kurz: Ich bin sehr emotional. 


Magdalena Rogl: Menschen sollten als komplexe, emotionale Individuen gesehen werden. Aus Human Resources sollten Human Relations werden.



Mit diesem einen Satz „Ich bin sehr emotional“ wird schon deutlich, welche Sicht wir auf Emotionen im Allgemeinen haben – besonders im beruflichen Umfeld. Denn die meisten Menschen werten diesen Satz bewusst oder unbewusst als Schwäche. 

Ich war also auf dieser Konferenz, es war der dritte Tag, der Jetlag war zu einem Verstärker für meine Emotionalität geworden, und es stand ein Workshop auf dem Plan, auf den ich mich besonders gefreut hatte: Career Development. 

Als Quereinsteigerin, damals gerade ein Jahr bei Microsoft, war ich der Meinung, es ist der richtige Zeitpunkt, sich mal wieder selbst zu reflektieren und zu überlegen, wie die nächsten Schritte aussehen könnten. Der Workshop bot genau das, was ich mir erhofft hatte: intensive Inventur auf persönlicher und beruflicher Ebene, Stärken- und Schwächenanalyse, konkrete Planung und schließlich die Definition eines eigenen Vision Statements. 

Dieses Vision Statement steht bis heute in meinem Notizbuch: By combining my educational and psychological background I want to empower and inspire people to be the best version of theirselves. Ich war wahnsinnig inspiriert von diesem Workshop und sehr stolz, dass ich in kurzer Zeit mein persönliches Statement erarbeiten konnte. Weil es so exakt meine Werte zusammenfasste und das Potenzial hatte, ein deutlicher Kompass für meine Weiterentwicklung zu sein. 

Aber dieses Gefühl von Inspiration und Stolz, das in diesem Moment so stark und unerschütterlich wirkte, wurde innerhalb von Sekunden und noch vor Ende des Workshops erschüttert: Eine sehr junge Kollegin, die im selben Workshop war, kam auf mich zu, setzte sich neben mich und meinte: „Lena, ich finde, Du bist viel zu emotional. Und damit untergräbst Du Deine Autorität.“

Ich war vollkommen perplex und schaltete automatisch auf Autopilot. Weil ich verinnerlicht habe, wie wichtig Feedback ist, habe ich erst mal geantwortet: „Danke für Deine Ehrlichkeit.“ Ich bin bis heute davon überzeugt, dass es als ehrliches Feedback gemeint war. Aber was heißt denn eigentlich „zu emotional“? Und warum untergräbt meine Emotionalität meine Autorität? Und warum sehen wir Emotionen immer noch als Schwäche? [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Februar-Ausgabe des prmagazins, warum Magdalena Rogl Emotionalität im Beruf für ein Zeichen von Stärke hält, welche Rolle für sie Emotionen in der Unternehmenskommunikation spielen und wieso sie Emotionalität und Empathie als Grundlagen von Leadership betrachtet.

Die prmagazin-Ausgabe 02/2019 - darin unter anderem:

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