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Ausgabe 12/2018

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Detailinformationen

Autor

Michael Trautmann

Gründer/Chairman thjnk und upsolut Sports

verfasst am

07.12.2018

im Heft

12/2018

Schlagworte

New Work, Michael Trautmann, thjnk, upsolut Sports, Christoph Magnussen

Standpunkt

On the Way to New Work

(Illustration: Si-Gal)


In New Work liegen große Chancen für die Marketing- und Kommunikationsbranche, meint Michael Trautmann. Der Gründer und Chairman der Agenturen thjnk und upsolut Sports beschäftigt sich seit 2017 zusammen mit dem Hamburger Unternehmensberater Christoph Magnussen mit dem Trend. Trautmann ist überzeugt: Agenturen haben beim Thema New Work einen Startvorteil.


Michael Traummann: Selbstbestimmtheit, Freiheit, Autonomie – New Work steht für größere Entscheidungshoheit, aber auch für mehr Verantwortung.


Seit vielen Jahren empfinde ich es als großes Privileg, in der (Marketing-)Kommunikationsbranche arbeiten zu dürfen. Die Beschäftigung mit dem Thema „New Work“ hat mich in diesem Gefühl weiter bestärkt. Denn auch durch die Gespräche, die Christoph Magnussen und ich für unseren Podcast „On the way to New Work“ führen, ist mir klar geworden: Agenturen haben beim Thema New Work die große Chance, zu den Vorreitern zu zählen. Er stellt dazu im aktuellen prmagazin sieben Thesen auf. Mehr zu den ersten beiden lesen Sie im Folgenden, die übrigen fünf sind in unserer Dezember-Ausgabe 2018 im Detail ausgeführt. 

These 1: 
New Work heißt für viele Menschen auch: weniger arbeiten. Die Suche nach Sinn wird noch wichtiger.

Im Sommer 2017 überraschte Jack Ma, Gründer und CEO von Alibaba, mit der steilen These, dass wir in 30 Jahren nur noch vier Stunden pro Tag arbeiten werden. Frithjof Bergmann, der als Begründer der New-Work-Bewegung gilt, hat das schon Ende der 1970er Jahre prognostiziert. Der austro-amerikanische Sozialphilosoph nimmt an, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft nur noch ein Drittel unserer Zeit für Erwerbsarbeit verwenden werden. 

Ein weiteres Drittel würden wir demnach für Selbstversorgung („High-Tech-Self-Providing“) und nachhaltigen Konsum („Smart Consumption“) verwenden. Das verbleibende Drittel, so Bergmann, würden wir mit Dingen verbringen, die wir wirklich wollten und in denen wir einen tieferen (persönlichen) „Sinn“ vermuteten – oder eben mit der Suche danach. 

Schon heute setzen Agenturen ihr Talent für soziale Aufgaben ein. Häufig entstehen solche Kampagnen vor dem Hinter grund, Awards zu gewinnen und/oder jungen Talenten früh Verantwortung für eigene Projekte zu geben. In Zukunft liegt hier zusätzlich die Chance, relevante Beiträge für die Gesellschaft zu liefern. Agenturen können so auch ihren Mitarbeitern helfen, Themen zu entdecken, für die sie sich dauerhaft einsetzen wollen.


These 2:
Unternehmen mit einem starken „Warum“ erleichtern Kunden und Mitarbeitern die Orientierung.

Der britisch-US-amerikanische Autor und Unternehmensberater Simon Sinek sprach im Jahr 2009 auf einer TEDx-Konferenz 18 Minuten lang dazu, warum Unternehmen und Menschen mit einem „Why“ erfolgreicher sind als solche, die sich nur über ihr Produkt definieren (dem „What“). Damals ahnte er nicht, dass sein Video im Jahr 2018 als veröffentlichter Appell mehr als 40 Millionen Zuseher erreichen und damit das dritterfolgreichste TED-Video werden sollte. 

Sein Buch „Start with why“ löste eine Welle von vergleichbaren Werken und Artikeln aus. Die unter der Abkürzung GAFA (Google, Apple, Facebook, Amazon) zusammengefassten Giganten aus dem Silicon Valley haben alle ein „Warum“ (oder einen „Purpose“), an dem sie ihre Aktivitäten konsequent ausrichten. 

Google will das Wissen der Welt zugänglich machen, Apple immer wieder den Status quo challengen, Facebook die Welt verbinden, und auch bei Amazon ist das „Warum“ klar: Es geht darum, das weltweit am besten am Kunden orientierte Unternehmen zu werden („earth’s most customer-centric company“). Why-Unternehmen gibt es in allen Größen, und sie sind in jeder Branche anzutreffen. Sie sind die „New Workplaces“. 

Immer mehr Menschen begeben sich auch auf die Suche nach ihrem ganz persönlichen „Why“ oder „Purpose“. Und abgesehen davon, dass es für Agenturen durchaus zum Beratungsspektrum gehört, ihre Kunden bei der Sinnsuche für ihre Marken zu unterstützen, könnte dieses Talent auch für die Sinnsuche der Mitarbeiter genutzt werden. 

Auf Kundenseite gibt es dafür bereits ein leuchtendes Beispiel: Die Firma Unilever, die es sich zum Ziel gesetzt hat, jeder ihrer Endverbrauchermarken einen höheren (gesellschaftlichen) Zweck zu geben, bietet seit Kurzem auch Seminare für die eigenen Mitarbeiter an. Die Kurse sollen helfen, die eigene Bestimmung zu finden. 

Agenturen, die häufig Schwierigkeiten haben, sich vom Wettbewerb abzugrenzen und sich im Talent-Pool als attraktive Arbeitgeber zu positionieren, haben hier die große Chance, für sich selbst und für ihre Mitarbeiter von einem weltweiten Trend zu profitieren. Denn sie verfügen über die dafür notwendigen strategischen Werkzeuge. 


These 3: 
Das Taylor-Prinzip gerät an seine Grenzen. Eine ganze Reihe von neuen Organisationsprinzipien gibt dem Einzelnen mehr Verantwortung.
[...]

These 4:
Die Digitalisierung ist Segen und Fluch zugleich. Die Kommunikation im beruflichen Kontext schreit nach Veränderung.
[...]

These 5:
„Always On“ oder warum wir wieder lernen müssen, uns zu konzentrieren.
[...]

These 6:
Das Büro von morgen muss ein Alleskönner sein, Remote zu arbeiten wird davon ein Teil sein.
[...]

These 7:
Künstliche Intelligenz wird die Art zu arbeiten stärker verändern als die Industrielle Revolution die unserer Vorfahren.
[...]

Dieser Text ist ein Auszug. Den kompletten "Standpunkt" von Michael Traummann lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des prmagazins.

Die prmagazin-Ausgabe 12/2018 - darin unter anderem:

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