Detailinformationen

Autor

Nick Marten

Head of Public Relations Gehalt.de

verfasst am

05.06.2020

im Heft

06/2020

Schlagworte

Nick Marten, Gehalt.de, Standpunkt, Corona-Krise, Interne Kommunikation, Arbeitsmodelle, Arbeitszeitmodelle, Marketing

Das aktuelle Heft
Ausgabe 06/2020

Zum Inhalt

Abos und Einzelhefte

Standpunkt

Das neue Normal

(Illustration: shockfactor.de/Adobe Stock)

Der Veränderungsdruck durch die Corona-Krise birgt eine großartige Chance: neu zu verhandeln und zu gestalten, wie wir arbeiten und Arbeit denken. Das betrifft die interne Kommunikation, Arbeits(zeit)modelle und die Zusammenarbeit von Kommunikation und Marketing – mindestens. Nick Marten, PR-Chef von Gehalt.de und Autor für die Initiative #OurNewNormal, über Kommunikation nach der Pandemie.


Eins vorweg: Die Covid-19-Pandemie hat nichts,
wirklich nichts, das ich als positiv bezeichnen möchte. Corona kostet Menschenleben, vernichtet und bedroht Existenzen, schränkt uns in unseren selbstverständlichen Freiheiten ein. Wir alle kämpfen – mal mehr, mal weniger betroffen – gegen die mittelbaren und unmittelbaren Auswirkungen des Virus. Die Situation zwingt uns in den schlimmsten Fällen in die Knie, zumindest aber zwingt sie uns alle auf vielen Ebenen zum Umdenken.


Nick Marten: "Wir haben die Wahl: Wollen wir zurück zum ,Weiter so wie vorher', oder nehmen wir die Gestaltung des ,neuen Normals' selbst in die Hand?"


Etwa den Leiter des Supermarkts, der sich zu einem frühen Zeitpunkt der Krise um Wegeleitsysteme, Sicherheitskräfte und Schutzmaßnahmen für sein Personal kümmern musste. Die Besitzerin des kleinen Spielzeugladens, die ihren Umsatz kurzerhand mit Shopping-Touren bei Instagram-Live zu retten versuchte. Oder die alleinerziehende Mutter, die zwischen Homeoffice und Homeschooling pendelt – und dabei keinem so wirklich gerecht werden kann.


Das Gewohnheitstier und die Welle der Veränderung


Das Ganze ist deswegen besonders knifflig, weil wir Menschen keine Fans von Veränderungen sind. Ein sinnbildliches Beispiel? Dafür bitte ich die folgende Übung – inspiriert von den Managementvordenkern Peter Kreuz und Anja Förster – mitzumachen.

Bitte einmal in die Ecke des Schreibtischs mit dem Stapel der (analogen!) Visitenkarten greifen. Gefunden? Jetzt bitte durchzählen, auf wie vielen dieser Karten eine Faxnummer steht. Ich wette, dass sich das Relikt aus fast vergessenen Tagen auf dem Großteil der Karten hartnäckig im Kleingedruckten versteckt hat. Sie weicht nicht. Warum auch? Sie ist ja schon immer da. Was außerdem auf unseren Visitenkarten stehen könnte? Der Titel „Gewohnheitstier“. Der Mensch ist und bleibt bequem und ist von Natur aus kein großer Freund des Wandels.

Jetzt kommt sie aber, die nie dagewesene Anpassungswelle namens Corona, direkt auf uns Gewohnheitstiere zugerollt. Sie bringt Veränderungen, die uns, trotz aller Lockerungen, noch sehr lange prägen und begleiten werden. Im eigenen Zuhause, im Büro und in unserer Freizeit.

Die gute Nachricht: Im Gegensatz zu den Vormietern auf unserer Erde, die vor rund 66 Millionen Jahren mutmaßlich Bekanntschaft mit einem ziemlich großen Asteroiden machten, sind wir nicht schutzlos ausgeliefert. Im Gegenteil: Wir haben Handlungsoptionen.

Option #1: Wir stecken den Kopf in den Sand. Wir hoffen, dass alles bald wieder so ist wie vorher. Das Zurück zum „Weiter wie vorher“ haben wir als gewünschtes Ziel vor Augen.

Option #2: Wir richten den Blick nach vorn. Wir hoffen zwar auch, dass die Situation bald endet, aber wir wollen etwas aus der Krise mitnehmen. Wir machen aus der Krise eine Chance für Neues.

Wer die Option #1 bevorzugt, muss an dieser Stelle nicht zwingend weiterlesen. Option #2 klingt spannend? Dann lohnt es sich, jetzt dranzubleiben. Denn: Es gibt mindestens drei Dinge, die wir Kommunikator* innen als Lehren aus der Krise ziehen und für die nahe Zukunft unserer Profession beherzigen können.


Empfangsbereitschaft statt Dauerbeschallung


„Social Distancing & Interne Kommunikation“, „How to stay connected“, „Motivation aus der Ferne“, „Kommunikation für 1.000 Einzelbüros“ – so oder ähnlich lauteten in den vergangenen Wochen die Betreffzeilen der Einladungen, die ich zu Workshops, Seminaren oder After-Work-Sessions bekommen habe. Die Krise ist eine Sternstunde für die interne Kommunikation, die Teilprofession unseres Kommunikationsjobs, die oft, gern und immer noch und wieder unterschätzt wird. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Juni-Ausgabe des prmagazins, wie sich aus Sicht von Nick Marten die Interne Kommunikation auf das "neue Normal" einstellen muss, warum es künftig nicht mehr genügt, New Work nur zu mögen, und wieso die Corona-Krise für die Zusammenarbeit zwischen PR und Marketing ein Momentum sein kann.

Die prmagazin-Ausgabe 06/2020 – darin unter anderem:

Die Hoffnungsträger:
Bis Anfang des Jahres kannten nur Spezialisten das Biotech-Unternehmen CureVac. Dann kam Corona – und dann Donald Trump.

Alle gegen Freshfields: Der Umgang der Kanzlei mit dem Cum-Ex-Skandal offenbart massive Schwächen der Rechtsberaterbranche in der Krisen-PR.

Ausgabe kaufen, Abo/Probeabo abschließen