Detailinformationen

Autor

Stephanie Tönjes

Senior Communications Manager Deutsche Telekom

verfasst am

09.09.2019

im Heft

09/2019

Schlagworte

Stephanie Tönjes, Deutsche Telekom, Standpunkt, Kommunikator der Zukunft

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Ausgabe 09/2019

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In einer Welt, in der jeder zum Sender geworden ist, müssen Kommunikator*innen immer einen Schritt voraus sein. Dafür braucht es mehr als Kicker-Tische und Newsrooms, meint Stephanie Tönjes, Senior Communications Manager bei der Deutschen Telekom – und skizziert die neue Rolle des Kommunikators.


Das Schöne am Beruf des Kommunikators? Keine zwei Tage sind gleich! Bist Du montags Texter*in, so kannst Du mittwochs schon Moderator*in oder Podcaster*in sein. Dass die Welt der Kommunikation sich in den vergangenen Jahrzehnten drastisch verändert und gewandelt hat, muss ich an dieser Stelle nicht erneut ausführen. Wir alle erinnern uns sicherlich noch an Zeiten, in denen Botschaften des Unternehmens via Fax an die wichtigsten Medienhäuser versendet wurden. Zumindest ist uns diese Überlieferung nicht neu.


Stephanie Tönjes: "Wollen wir als kompetente Berater angesehen werden, dann müssen wir uns den Platz am Tisch verdienen."


Doch der Wandel bleibt nicht stehen. Er schreitet unaufhaltsam voran, vor allem im Bereich der digitalen Medien. Gute und schnelle Kommunikation war selten so wichtig wie heute. Das hat uns die Debatte gezeigt, die der YouTuber Rezo ausgelöst hat. Auch die „Fridays for Future“-Bewegung demonstriert das immer wieder aufs Neue. Ein einzelner Mensch kann heutzutage eine gewaltige Stimme haben und Massen mobilisieren – dazu braucht es keine Tageszeitung mehr, die das Thema auf die große Bühne holt.

Für uns Kommunikator*innen bedeutet das, dass auch wir uns permanent weiterentwickeln müssen, um Schritt zu halten. Aber auch um dem Führungsteam, der eigenen Mannschaft und vor allem den Vorständen die richtigen Ratschläge geben zu können. Wenn wir als vertrauenswürdige, kompetente Berater angesehen werden wollen, dann müssen wir uns den Platz am Tisch verdienen und permanent auf dem Laufenden bleiben. Nicht nur was das aktuelle Tagesgeschehen angeht, sondern auch wenn es sich um Veränderungen innerhalb der Kommunikationswelt handelt.

Das bedeutet nicht nur, über fundiertes Wissen über unser Hoheitsgebiet zu verfügen. Wir müssen uns auch persönlich stetig weiterentwickeln und uns durch eine offene Grundhaltung auszeichnen. Gerade als Kommunikator*in gilt es, sich den Wissensdurst und die Neugierde zu erhalten, die uns einst dazu gebracht haben, dieser Berufung nachzugehen. Nur so können wir Veränderungen gegenüber positiv eingestellt sein. Wir können noch so flache Hierarchien haben und in unseren offenen Bürowelten noch so viele Kicker-Tische aufstellen. All das wird nicht helfen, wenn sich nicht auch unsere innere Einstellung gegenüber Veränderungen wandelt. 

Dazu gehört, dass wir uns von unserer Eitelkeit verabschieden. In einer Welt, in der jeder zum Sender geworden ist, ist Akzeptanz statt Abwehr angesagt. Befähigung statt Verbote – auch das gehört inzwischen zu unseren Aufgaben. Influencer*innen oder gar Mitarbeiter*innen zu belächeln, nur weil sie in unseren Augen womöglich keine professionellen Kommunikator*innen sind? Mit solch einer Einstellung schaffen wir uns selbst ab! Professionalität bedeutet, loslassen zu können und Chancen zu erkennen.

Veränderungen bieten Chancen. In einer Welt voller neuer Kommunikationskanäle und Kommunikationsformen sind neue Ideen gefordert. Und an der einen oder anderen Stelle ist anstelle von Überprofessionalität ein Hauch mehr Authentizität vonnöten. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der September-Ausgabe des prmagazins, warum Nachwuchskräfte unser Frühwarnsystem sind, was wir aus dem Rezo-Video und der Debatte um Artikel 13 lernen können, wieso Social Media endlich nicht mehr belächelt werden darf und was Führungskräfte tun können.


Die prmagazin-Ausgabe 09/2019 – darin unter anderem:

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