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Ausgabe 11/2018

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Detailinformationen

Autor

Susanne Marell

Geschäftsführerin JP | Kom

verfasst am

07.11.2018

im Heft

11/2018

Schlagworte

Agentur der Zukunft, Susanne Marell, JP | Kom

Standpunkt

Auf in neue Welten

Illustration: Ivan Ryabokon/123RF.com


Die Agentur der Zukunft – das simpelste Geschäftsmodell der Welt? Wer das glaubt, wird auf der Strecke bleiben, meint Susanne Marell, Geschäftsführerin von JP | Kom und zuvor für Edelman, BASF und Cognis tätig. Ob Geschäftsmodell oder Talente, Kultur oder Führung, Organisationsstruktur oder Management – die Agenturen müssen sich hinterfragen und neue Wege gehen. Fünf Impulse zum Strukturwandel der Branche.


Agenturen betreiben das simpelste Geschäftsmodell der Welt: auf der einen Seite kluge und kompetente Mitarbeiter, auf der anderen Seite interessierte und kooperative Kunden. Man muss nur die richtigen Mitarbeiter mit den richtigen Kunden zusammenbringen, und das Ergebnis sind automatisch außergewöhnliche Konzepte und Kampagnen – und natürlich stimmt auch der Profit. 

Der Vergleich mit einem industriellen Unternehmen zeigt deutlich, wie einfach die Formel für zukunftsfähige Agenturmodelle zu berechnen sein muss. Gearbeitet wird mit geringster Komplexität: keine Forschung, keine Patente und Zulassungen, kein Produktionsbetrieb, keine Logistik. Vollkommen simpel!?


Susanne Marell: Aktuell geht es um nichts Geringeres als den grundlegenden Strukturwandel unserer Branche – und wir stehen gerade am Anfang.

Manche geben zu bedenken, dass die Berechnungsformel doch etwas schwieriger sein könnte. Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells stehe schließlich eine der komplexesten Schöpfungen der Erde: der Mensch. Das „Herz“ der Wertschöpfungskette kann denken, sprechen, fühlen, hat Ansprüche, Wünsche und Ziele, Sympathien und Antipathien, gute und schlechte Tage. 

Selbst Manager, deren humanistisches Interesse gering ist, ahnen dann doch, dass das kleine Einmaleins noch ergänzt werden sollte. Zum Beispiel um Kenntnisse rund um Führung, Kultur und „Talent Shift“. Neuerdings auch um Einsichten zum Thema „AQ“. AQ ist der Anpassungsfähigkeits-Quotient (Adaptability Quotient), der anzeigt, inwiefern wir in der Lage sind, uns selbst zu transformieren. Ohne AQ sind in einer digitalen, globalen und vernetzten Welt auch der höchste IQ und EQ (Emotional Quotient) nur noch die Hälfte wert.

Wie auch immer sich die Erfolgsformel genau zusammensetzt, aktuell geht es um nichts Geringeres als um den grundlegenden Strukturwandel unserer Branche – und wir stehen gerade am Anfang. Warum sollte die digitale Transformation, die unsere gesamte Welt tiefgreifend verändert, in unserer Branche nur leicht verdaubare Anpassungen erfordern?

Alle, die Lust haben, sich mitten ins Getümmel zu stürzen, ihre Ideen und Impulse zu teilen und die das Wort Transformationsdruck gern ersetzen durch #KommunikationderZukunft, seien an dieser Stelle herzlich zum Weiterlesen eingeladen. Was kann spannender sein, als neue Kommunikations- und Agenturwelten mitzugestalten?

1 – Das Geschäftsmodell: Die Frage des Wertbeitrags muss radikal gestellt werden.

2 – Talente: Schluss mit homöopathischen Verbesserungen – mehr Raum für progressive Ideen schaffen.

3 – Kultur & Führung: Zurück zum Wesentlichen! Wertschätzung, Motivation und Inspiration sind gefragt.

4 – Organisationsstrukturen: Spirit schlägt Organigramm – bitte einfach mal machen. 

5 – Management: Focus – Follow on course until success.

Ich wünsche mir eine viel lebendigere, offenere und auch provokantere Diskussion über den Wandel unserer Branche. Wir sehen tolle Neugründungen und erfolgreiche Transformationen etablierter Agenturen. Wichtige Initiativen über Agenturdisziplinen und Verbände hinweg sind gestartet. Zahlreiche Persönlichkeiten auf Agentur- und Unternehmensseite treiben die #KommunikationderZukunft im besten Sinne. Aber das darf bitte erst der Anfang sein.

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie im November im prmagazin, welche Veränderungen Susanne Marell im Detail von der Agenturbranche fordert – mit Blick auf Geschäftsmodelle, Talente, Kultur und Führung, Organisationsstruktur und Management.


Die prmagazin-Ausgabe November 2018 - darin unter anderem:

Mister Nice Guy: Wie der frühere Bild- und Siemens-Mann Oliver Santen den Bundesverband deutscher Banken schlagkräftiger machen will.

Jetzt verändert sich vieles: Gabriele Kaminski und Christian Löcker über den Arbeitsmarkt für Kommunikatoren in Europa, Asien und den USA.

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