Detailinformationen

Autor

Lisa Dühring

Universität Leipzig

verfasst am

31.08.2020

im Heft

08/2020

Schlagworte

Digitale Transformation, Agilität, New Work, Führung, Personalmanagement, Lisa Dühring, Ansgar Zerfaß

Das aktuelle Heft
Ausgabe 08/2020

Zum Inhalt

Abos und Einzelhefte

Agile Organisationen

Agilität und Flexibilität in der Kommunikation


Die Autorin: Dr. Lisa Dühring leitet das Forschungsprojekt „Unternehmenskommunikation in agilen Organisationen“ am Lehrstuhl für Strategische Kommunikation von Prof. Dr. Ansgar Zerfaß an der Universität Leipzig. Sie hat international umfangreich zu Themen der Unternehmens-, Marketing- und Organisationskommunikation publiziert.


Digitale Transformation, Agilität, New Work – seit einigen Jahren sind diese Schlagwörter aus den Büroetagen nicht mehr wegzudenken. Ein Ende der Diskussion ist nicht abzusehen. Lisa Dühring von der Universität Leipzig über Herausforderungen für Führung und Personalmanagement.


Digitale Transformation, Agilität, New Work
– seit einigen Jahren sind diese Schlagwörter aus den Büroetagen nicht mehr wegzudenken. Ein Ende der Diskussion ist nicht abzusehen. Die technologischen, ökonomischen und sozialen Disruptionen der vergangenen Jahre haben dazu geführt, dass jahrzehnte- oder sogar jahrhundertealte Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand stehen.

Die zunehmende Digitalisierung von Geschäftsmodellen und -feldern, der Versuch, eine gewisse Start-up-Mentalität zu etablieren, gepaart mit der Notwendigkeit, entsprechendes Personal auf einem stark kompetitiven Arbeitsmarkt zu akquirieren – all das vermischt sich zu einem Konglomerat, das letztlich den Diskurs um das Konzept der Agilität antreibt.

In diesem Konzept vereinen sich verschiedenste Ansprüche an die Organisation und Struktur von Unternehmen und Arbeit. Es umfasst neue Formen von Planung (Design Thinking, Scrum), Organisation (Holokratie, Projekt-/Teamorganisation), Management (Demokratisierung, Servant Leadership, Empowerment) und Stakeholder-Beziehungen (Kundenzentrierung). Agilität ist dabei kein losgelöstes Konzept, sondern eingebettet in parallel geführte Diskurse über neue Arbeitskonzepte, die im deutschen Sprachraum derzeit unter dem Begriff New Work oder Arbeit 4.0 geführt werden.

Als Funktion, die schon immer an der Schnittstelle zwischen interner und externer Umwelt von Unternehmen fungiert und Transformations- und Adaptionsprozesse begleitet hat, gehört die Unternehmenskommunikation neben der IT zu den Unternehmensbereichen, die am frühesten und teilweise auch am stärksten mit dem Thema Agilität in Berührung gekommen sind. Dabei ist sie einerseits kommunikativer Treiber und Begleiter des Themas, andererseits ist sie aber, wie jede andere Funktion auch, selbst getrieben von den Agilitätsbestrebungen der Gesamtorganisation.

Die Fragen, wie Kommunikationsabteilungen sich in agilen Unternehmen heute und in Zukunft aufstellen müssen und welche Anforderungen bei der Begleitung der Gesamtorganisation hin zu mehr Agilität auf die Kommunikation zukommen, gehören derzeit zu den wichtigsten Themen für Kommunikationsmanager.

Agilität bezeichnet die grundsätzliche Fähigkeit eines Unternehmens, auf den Wandel im internen und externen Umfeld zu reagieren, schnell strategisch relevante Entwicklungen zu identifizieren, proaktiv damit umzugehen und dabei Ressourcen effektiv und effizient, unabhängig von bestehenden Strukturen, flexibel einzusetzen.

In Deutschland haben sich bereits viele Kommunikationsabteilungen dieser Herausforderung gestellt. Sie haben Strukturen und Prozesse umgestellt, Hierarchien abgebaut und neue Wege der Kollaboration ausprobiert. Beispiele sind die Deutsche Telekom, B. Braun Melsungen, die Otto Group oder die ING. Die Diskussion drehte sich dabei vorwiegend um die Einführung alternativer Organisationsstrukturen sowie um neue Tools und Methoden (Scrum, Kanban, Trello, Jira etc.).

Nachdem nun die ersten Hochs und Tiefs der agilen Transformation überstanden sind, tritt ein anderes Thema auf die Agenda, welches vielfach unterschätzt wurde: die Frage, wie Führung und Personalmanagement in agilen Strukturen gestaltet werden kann – und muss.

Der Wunsch nach mehr Agilität resultierte in vielen Kommunikationsabteilungen in dem Abbau von Hierarchieebenen. Damit werden aber automatisch klassische Aufstiegschancen für Nachwuchskräfte versperrt. Gleichzeitig brauchen Mitarbeiter in zunehmend projektbasierten, dynamischen Arbeitskontexten, die ihnen eine hohe Flexibilität und Varianz abverlangen, andere Kompetenzen und Skills. Auch die Themen Incentivierung und Performance Management müssen neu gedacht werden.

Dieser Text ist ein Auszug. Den kompletten Beitrag von Lisa Dühring lesen Sie auf 8 Seiten in der August-Ausgabe des prmagazins. Darin beschreibt die Autorin die genannten Herausforderungen für Führung und Personalmanagement und stellt verschiedene Ansätze vor, wie ausgewählte Unternehmen und ihre Kommunikationsabteilungen diese Themen angegangen sind.

Die prmagazin-Ausgabe 08/2020 – darin unter anderem:

Die Rationale:
Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut war die inoffizielle Corona-Pressestelle der Bundesregierung.

From Voodoo to Value: Communications und Affairs werden mit Strategie und Planung verschmelzen, meint Joachim Koschnicke von Hering Schuppener.

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