Detailinformationen

Autor

David Selbach

Freier Autor

verfasst am

09.05.2019

im Heft

05/2019

Schlagworte

Thorsten Möllmann, Schaeffler, Automobilzulieferer, Elektromobilität, Industrie 4.0, Unternehmenskommunikation

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Ausgabe 05/2019

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Schaeffler

Der Zehnkämpfer


„Ich war in keiner Disziplin supergut, aber gut in vielen Disziplinen“, erzählt Thorsten Möllmann von seiner Zeit als Leistungssportler. (Foto: Andrea Enderlein)


Der langjährige Airbus-Mann Thorsten Möllmann sieht sich als kommunikativer „Allrounder“, der bei Schaeffler die Spezialistenteams führt. Bei dem fränkischen Automobilzulieferer muss der ehemalige Leistungssportler nun erklären, wie der Familienkonzern die Wende zu Elektromobilität und Industrie 4.0 meistert. Dafür hat er seine Abteilung komplett umgebaut.
 

Zehnkampf ist ein ganz besonderer Sport. Er geht auf die olympischen Spiele der Antike zurück und erfordert nicht nur Geschicklichkeit, sondern auch Kraft. Über zwei Tage messen sich Athleten im Weit-, Hoch- und Stabhochsprung, sie werfen Diskus und Speer, stoßen Kugeln und absolvieren mehrere Laufwettbewerbe. 

Der Zehnkampf hat Kraftpakete wie Jürgen Hingsen hervorgebracht – und wenn man Thorsten Möllmann gegenübersteht, kann man sich den breit gebauten 1,89-Meter-Mann gut in solchen Turnieren vorstellen. Vor allem anderen aber sind Zehnkämpfer vielseitig. „Ich war in keiner Disziplin supergut“, berichtet der Schaeffler-Kommunikationschef von seiner Zeit als Leis tungssportler. „Aber gut in vielen Disziplinen.“ 

Ähnlich sieht er seinen Job bei dem Automobilzulieferer in Herzogenaurach: „Ich kann die Spezialisten führen“, sagt Möllmann. Sich selbst betrachtet er eher als Allrounder, der vom Messe- und Event-Management bis hin zum Employer Branding in so gut wie allen Bereichen der Kommunikation gearbeitet hat.

„Er hat nichts ausgelassen“, bestätigt Rainer Ohler, langjähriger Chef von Möllmann bei dessen früherem Arbeitgeber Airbus. Die beiden kennen sich seit mehr als 20 Jahren. „Thorsten Möllmann ist rundum gut ausgebildet“, lobt Ohler. Er sei beharrlich und brenne für seine Themen, wisse aber auch, wann er sich geschlagen geben müsse.

Ob Zielstrebigkeit oder praktische Fügung: Der kommunikative Zehnkämpfer Thorsten Möllmann hat all die Jahre auf den Posten des Kommunikationschefs hingearbeitet. Er beherrscht jede Teildisziplin gut genug, um zu verstehen, worauf es ankommt –  weiß aber, dass die Spezialisten es noch besser können. Seine zentrale Aufgabe bestehe darin, die richtigen Leute auszuwählen, sie an die optimalen Stellen zu setzen und ihre Arbeit dann „zu einer Top-Teamleistung zu bringen“, sagt er.



Thorsten Möllmann (2.v.r.) mit Antje Müller, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit & Services, Teamassistentin Linda Hassler und Newsroom-Leiter Martin Mai (v.l.). (Foto: Andrea Enderlein)


In den vergangenen Monaten hat Möllmann der Schaeffler-Kommunikation eine neue Struktur verpasst.
Er hat das Produktmarketing in die Geschäftsbereiche verlagert, die Trennung zwischen interner und externer Kommunikation aufgehoben. Er hat die Abläufe in der Corporate-Kommunikation in einen Newsroom-Prozess überführt und seine Mannschaft neu sortiert. Er ist dabei, allen Produkten des Konzerns die Dachmarke „Schaeffler“ überzuordnen. Er setzt verstärkt auf Storytelling und will Themen bevorzugt über soziale Medien ausspielen. 

Jedem Vorstand hat Möllmann einen „Business Partner“ aus dem Kommunikationsteam zur Seite gestellt. Diese Mitarbeiter sammeln in den Fachbereichen Themen ein und schlagen sie im Newsroom vor. Dort sortieren und priorisieren Möllmann und Kollegen die Ideen und prüfen, zu welchem der acht „Eckpfeiler“ der Schaeffler-Strategie „Mobilität für morgen“ sie passen. Produzieren lässt das Team nur Geschichten, die auf eins oder mehrere der Leitthemen einzahlen – wie „Schaeffler als Technologiepartner“ oder „Schaeffler als attraktiver Arbeitgeber“. „Da sind wir streng“, sagt Möllmann. 

Anschließend entscheidet das Newsroom-Team, in welchem Kanal eine Story landet. Auch die Kanalverantwortlichen aus dem Corporate Marketing sitzen mit am Tisch. Pressemitteilungen versende Schaeffler inzwischen „sehr selektiv“, so Möllmann. Je nach Zielgruppe laufe es immer öfter auf Facebook, Twitter oder LinkedIn hinaus – die wichtigsten Social-Media-Plattformen, auf denen der Konzern aktiv ist. Ein Leiter Strategie, Prozesse und Projekte wacht über die neuen Abläufe. „So ähnlich wie ein Scrum-Master“, scherzt Möllmann.

Eine derartige Struktur hatte sich Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld wohl vorgestellt, als er 2017 einen Nachfolger für Christoph Beumelburg suchte. Rosenfeld selbst hatte Beumelburg zuerst zum Finanzkommunikator und dann zum Kommunikationschef gemacht. Doch wie man hört, harmonierten die beiden zuletzt nicht mehr. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in unserer Mai-Titelgeschichte, wie Thorsten Möllmann zu Schaeffler kam, wie er die Kommunikation des Zulieferers umbaute und eine Newsroom-Struktur einführte und warum CEO Klaus Rosenfeld und Kommunikationschef Thorsten Möllmann ein ungewöhnliches Gespann abgeben.

Die prmagazin-Ausgabe 05/2019 – darin unter anderem:

Der Zehnkämpfer: PR-Allrounder Thorsten Möllmann muss bei dem Zulieferer die Wende zu E-Mobilität und Industrie 4.0 erklären.

Klarheit und Konsequenz: Wie können PR-Networks erfolgreich sein? Vier Thesen von GPRA-Präsidentin Christiane Schulz zur #AgenturderZukunft.

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