Detailinformationen

Autor

Sarah Sommer

Freie Autorin

verfasst am

05.11.2019

im Heft

11/2019

Schlagworte

Andreas Möller, Trumpf, Maschinenbau, Unternehmenskommunikation

Das aktuelle Heft
Ausgabe 11/2019

Zum Inhalt

Abos und Einzelhefte

Trumpf

Der Privatsekretär


Andreas Möller war von dem Mittelständler Trumpf und dessen Chefin vom ersten Augenblick an fasziniert. (Foto: Fernando Baptista)


Andreas Möller begreift sich als rechte Hand seiner Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Ihr Image steht im Mittelpunkt seiner Kommunikationsstrategie beim Maschinenbauer Trumpf. Denn er ist überzeugt: Von der Strahlkraft der weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bekannten Mittelständlerin profitiert das ganze Unternehmen – wenn nicht die gesamte Branche. 


Ein komfortables Eckbüro, Vorstandsetage. Ein schwerer Schreibtisch, großformatige Kunst an den Wänden.
Bücher- und Zeitungsstapel sind rund um den Arbeitsplatz arrangiert. Zu zwei Seiten gibt die Glasfassade den Blick aus dem siebten Stockwerk frei, über Fabrikhallen und Bürogebäude. 

„Etwas staatstragend“ sei es schon, sein Einzelbüro mit Vorzimmer und Assistentin am weitläufigen Stammsitz des Maschinenbauers Trumpf im schwäbischen Ditzingen, räumt Kommunikationschef Andreas Möller ein. Sein 40-köpfiges Team sitzt verteilt auf mehrere, offener gestaltete Großraumbüros einige Etagen tiefer. 

Das Büro auf der Vorstandsetage, gleich neben dem von Unternehmenschefin Nicola Leibinger- Kammüller, stehe aber durchaus sinnbildlich für den kurzen Draht zwischen Kommunikationschef und Chefin und die generelle Wertschätzung des Beitrags, den die Kommunikation zum Unternehmenserfolg leistet.

Möller leitet seit knapp fünf Jahren die Hauptabteilung Unternehmenskommunikation und Politik, die direkt der Trumpf-Chefin unterstellt ist. „Meine Arbeitsbeschreibung ist eher nicht die eines Managers, der vor allem das Tagesgeschäft der Kommunikationsabteilung steuert und seine Budgets beim Vorstand durchboxen muss“, stellt Möller klar. Die Verantwortung für das Pflichtprogramm der Kommunikation gibt er stark an sein Team ab. 

Als Möller bei Trumpf anfing, hatte die Abteilung Kommunikation und Politik, zu der auch der Bereich CSR gehört, 23 Mitarbeiter – heute leitet Möller ein fast doppelt so großes Team. Im vergangenen Jahr kam als prominenter Neuzugang etwa Rainer Berghausen dazu. Der erfahrene Kommunikationsprofi wechselte vom Pharmaunternehmen Celesio/McKesson. Bei Trumpf leitet er die Abteilung Group Communications, ist für die Kommunikation nach innen und außen zuständig.

Berghausen unterstellt als Leiter der externen Kommunikation ist Manuel Thomä, den Möller schon 2017 anwarb. Der in der schwäbischen Region bestens vernetzte Pressesprecher arbeitete zuvor beim benachbarten Technologieunternehmen Bosch. Dass es Möller gelang, die beiden Top-Kommunikatoren zum relativ kleinen Mittelständler Trumpf nach Ditzingen zu locken, finden nicht nur Vertreter der Maschinenbaubranche bemerkenswert. 

Insgesamt leistet sich das mittelständische Familienunternehmen sechs Pressesprecher und ist damit in Sachen Kommunikation deutlich professioneller aufgestellt als die meisten Unternehmen vergleichbarer Größe. Für Möller bedeutet der vergleichsweise üppig ausgestattete Mitarbeiterstab, dass er sich auf das konzentrieren kann, was er als seine Kernaufgabe versteht: die CEO-Positionierung. „In früheren Zeiten hätte man wohl gesagt, ich bin so etwas wie der Privatsekretär von Frau Leibinger-Kammüller“, sagt er. 

In dieser Rolle sei er jemand, der jeden Auftritt der Chefin „vorbereitet, nachbereitet, der mitdenkt und lenkt“. Die Ruhe, der weite Blick, die direkte Nähe zur Chefin, die sein Büro biete, seien auf diese Tätigkeit zugeschnitten: „Ich bin zu einem großen Teil Sparringspartner und Redenschreiber für Frau Leibinger-Kammüller. Ich konzipiere und schreibe zudem auch Publikationen wie die Geschäftsberichte. Wir geben in diesem Bereich, abgesehen von der grafischen Gestaltung, kaum etwas raus an Agenturen – da kommt man unweigerlich auf 60 bis 80 Texte pro Jahr“, erläutert Möller. 

Den aktuellen Jahresbericht, den Trumpf Ende Oktober zur Bilanzpressekonferenz vorgestellt hat, stellte das Unternehmen ganz ins Zeichen des USA-Geschäfts und der Erinnerung an den 2018 verstorbenen Seniorchef von Trumpf. 

Journalisten erleben Möller in seiner Privatsekretärs-Rolle als einen, der „an beiden Enden brennt“: Er sei ein Vielarbeiter und leidenschaftlicher Schnellredner, bei dem selbst erfahrene Journalisten es bisweilen schwer haben, zu Wort zu kommen, wenn er erst in Fahrt ist. Möller identifiziere sich stark mit dem Unternehmen und Leibinger-Kammüller und reagiere daher auch schon mal dünnhäutig, wenn die Chefin in einem Bericht ausnahmsweise mal nicht gut wegkomme, heißt es aus den Redaktionen. Möllers enges Verhältnis zu Leibinger-Kammüller schätzen Journalisten indes als Vorteil. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Titelgeschichte unserer November-Ausgabe, inwiefern der enge Draht zwischen Andreas Möller und seiner Chefin Nicola Leibinger-Kammüller von Vorteil ist, wieso der Kommunikationschef Journalisten oft eher bremsen als locken muss, warum das Unternehmen auch Möller selbst vom ersten Augenblick an faszinierte und warum er und seine Chefin sich zur aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussion öffentlichkeitswirksam positionieren.

Die prmagazin-Ausgabe 11/2019 – darin unter anderem:

Der Privatsekretär: Andreas Möller versteht sich als rechte Hand von Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller – kein ganz normaler PR-Job.

Ethischer Kompass: Die meisten Firmen nehmen ihre Werte nicht ernst – auch weil die Bedeutung von Compliance-Kommunikation unterschätzt wurde.

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