Detailinformationen

Autor

David Selbach

Freier Autor

verfasst am

12.02.2020

im Heft

02/2020

Schlagworte

Byung-Hun Park, Viessmann, Unternehmenskommunikation

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Ausgabe 02/2020

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Viessmann

Der Bauchmensch


„Ich will neue Impulse setzen, noch mehr Spaß und Leidenschaft in die Organisation bringen“, sagt Byung-Hun Park. (Foto: Jörg Heupel)


Das Heiz- und Haustechnikunternehmen Viessmann aus „Hessisch-Sibirien" gilt als Vorbild im Umgang mit der digitalen Transformation und der dazu nötigen Kommunikation. Ideale Arbeitsbedingungen für Byung-Hun „Huni“ Park, seit Juli 2019 Vice President Corporate Communications in Allendorf. Und kein leichtes Erbe.
 


Es dauert keine fünf Minuten, und wir sind beim Du. „Nenn mich Huni“, sagt Byung-Hun Park. Koreanische Vornamen, erklärt er fröhlich, bestehen meistens aus zwei Silben und werden oft abgekürzt. Keine große Sache. „Hun“also oder eben „Huni“will der Kommunikationschef von Viessmann genannt werden, das hatten auch Journalisten berichtet, die ihn kennen.  

Huni – offenes Hemd, Sneaker, ein Lächeln – könnte für Anfang 30 durchgehen. Auch wenn er die 40 bereits geknackt hat, wirkt er nicht älter als der jungdynamische Firmenchef Max Viessmann mit seinen 31 Jahren. Den nennt Park nur „Max“, denn der Firmenerbe und Ex-Unternehmensberater, der Viessmann ins digitale Zeitalter führt, setzt ebenfalls auf „die Kraft des Du“, wie er Mitte Dezember in einem Interview erklärte. Es fällt nicht schwer zu glauben, dass sich „Huni“blendend mit diesem „Max“versteht.

Gegenseitige Sympathie dürfte eine Rolle dafür gespielt haben, dass Byung-Hun Park im Sommer 2019 von der Darmstädter Software AG zu dem Familienunternehmen ins nordhessische Allendorf wechselte. Park hatte den charismatischen Viessmann junior Anfang vergangenen Jahres in Berlin kennengelernt und dessen Unternehmen erst googeln müssen, wie er zugibt. Je mehr er darüber las, desto begeisterter sei er gewesen, wie weit Viessmann in Sachen Digitalisierung und kulturelle Transformation sei. 

Verantwortlich dafür ist vor allem der Konzernerbe, der dabei ein hohes Tempo vorlegt. Max Viessmann ist einer, der ganz selbstverständlich von „purpose“und „impact“redet, der sich von der Apple Watch zum nächsten Termin rufen lässt und der gern mal „in wenigen Minuten die Megatrends unserer Zeit durchschreitet“, wie es Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar ausdrückt. Im Silicon Valley könnte seine Jobbeschreibung „Evangelist“lauten.

Park und Viessmann kommen also ins Gespräch, treffen sich ein paarmal. Im April 2019 ist dann klar: Park löst Albrecht von Truchseß ab. Für viele Beobachter kommt der Abschied des ehemaligen Metro- und real-Sprechers, der die Kommunikation von Viessmann fünf Jahre lang geleitet hat, überraschend. Sie bescheinigen Truchseß, die Verwandlung von Viessmann zum Digitalvorreiter exzellent begleitet zu haben. Er habe die Kommunikation professionalisiert und Viessmann erfolgreich als Vorbild für die Transformation eines Unternehmens in Szene gesetzt. 

Viessmann erklärt auf Anfrage, dass der Endvierziger Truchseß – noch eingestellt von Patriarch Martin Viessmann – und dessen Sohn Max im Guten auseinandergegangen seien und weiterhin im Kontakt und Austausch stünden. Kenner der Verhältnisse berichten, dass die beiden in zu vielen Punkten unterschiedlicher Meinung gewesen seien. Die Chemie stimmte einfach nicht mehr zu 100 Prozent, sagt ein Insider: „In solch einer Konstellation ist es dann besser weiterzuziehen.“

Die Position von Byung-Hun Park gab es vorher nicht. Er ist nicht Prokurist wie Truchseß, sondern berichtet als Vice President direkt an Max Viessmann. „Max hat ein komplett anderes Rollenverständnis von Kommunikation als viele andere CEOs“, sagt Park. „Er wollte, dass jemand, der die Kommunikation macht, den Wandel auch selbst vorantreibt. Dass er von sich aus immer wieder mit neuen Ideen kommt.“

Vielleicht, vermutet der Viessmann-Kommunikator, habe er deshalb gut zum Firmennachfolger gepasst. Park definiert seine Rolle als „transformatorisch“: „Ich will neue Impulse setzen, als Vorbild vorangehen, noch mehr Spaß und Leidenschaft in die Organisation bringen.“Viele Menschen würden die Kraft von Kommunikation immer noch massiv unterschätzen. Dabei habe sie doch die Macht, einzig und allein durch Worte das Verhalten von Menschen zu verändern. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Februar-Ausgabe des prmagazins, warum Byung-Hun Park der Job bei Viessmann reizte, wie er die Transformation bei den Allendorfern vorantreibt, welche eigenen Akzente er dabei setzen will und schon gesetzt hat – und warum er bei alldem auf sein Bauchgefühl vertraut.

Die prmagazin-Ausgabe 02/2020 – darin unter anderem:

Der Bauchmensch:
 Byung-Hun "Huni" Park will beim Digitalisierungsvorreiter Viessmann mehr Leidenschaft und Spaß in die Organisation bringen.

Krisenkommunikation: 
Die klassische Toolbox hat ausgedient. Immer mehr Unternehmen digitalisieren ihre Krisen-PR.

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