Detailinformationen

Autor

Daniel Neuen

Redakteur

im Heft

5/2011

Trumpf

Der Veredler

Als Claus Zemke vor anderthalb Jahren zu Trumpf kam, war das für viele Beobachter eine Überraschung. Was wollte der schwäbische Maschinenbauer mit einem Politkommunikator aus Berlin? Mittlerweile scheint die Personalie logisch: Der 42-Jährige soll das makellose Image des Mittelständlers und seiner Chefin Nicola Leibinger-Kammüller zusätzlich kultivieren.

Claus Zemke soll das gute Image von Trumpf kultivieren. (Foto: Fernando Baptista)

Vom harten Hauptstadtpflaster der Berliner Bundespolitik zu einem schwäbischen Familienunternehmen im beschaulichen Ditzingen – für manche mag das klingen wie der Rückzug in ein angenehmes, ruhigeres Berufsleben. Doch die Wahrheit sieht anders aus. „Im protestantischen und bisweilen pietistischen Schwaben wird schon ein bisschen härter gearbeitet als anderswo“, erzählt Claus Zemke.

Eine solche Aussage würde vielen mit einem stöhnenden Unterton über die Lippen kommen. Nicht so Zemke: Er beendet den mit neutraler Stimme vorgetragenen Satz so, wie er viele seiner Sätze beendet: mit einem breiten, freundlichen Lächeln.Der 42-Jährige ist seit rund anderthalb Jahren Leiter Unternehmenskommunikation beim Maschinenbauer Trumpf. Und ihm gelingt es zu vermitteln, dass der Job Spaß macht – trotz der vielen Arbeit.

Das hohe Pensum hat nicht nur religiös-kulturelle Hintergründe. Zum einen hält Zemke im März die Katastrophe in Japan in Atem: Eine Produktionsstätte von Trumpf steht mitten in der am schlimmsten betroffenen Region um Fukushima. Bei den regelmäßigen Treffen des Krisenstabs hat der PR-Chef einen festen Platz. Zum anderen ist Trumpf in vieler Hinsicht eine Ausnahme: Das Unternehmen gehört zu den weltweit größten Anbietern von Werkzeugmaschinen, gilt als globaler Marktführer bei Lasertechnik und verbucht jährlich Milliardenumsätze.

Hinzu kommt, dass Trumpf – anders als viele Familienunternehmen – Kommunikation keinesfalls für Teufelszeug hält. Die Familie Leibinger, allen voran Oberhaupt und Aufsichtsratsvorsitzender Berthold Leibinger und Firmenchefin Nicola Leibinger-Kammüller, hat etwas zu sagen – und sagt auch etwas. Die Rolle des Presseverhinderers, der Journalistenanfragen freundlich ins Leere laufen lässt, muss Zemke also nicht spielen. Im Gegenteil: Dass das Unternehmen 2009 erstmals in seiner knapp 90-jährigen Geschichte die Position eines Leiters Unternehmenskommunikation einrichtete hat, der nicht nur Medienarbeit und interne Kommunikation verantwortet, sondern auch Werbung und Corporate Social Responsibility, darf man zweifellos als Aufwertung verstehen.

Der Rheinländer wechselte aus Berlin nach Baden-Württemberg. In der Bundeshauptstadt berichtete er zunächst als Fernsehredakteur für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), ab 2002 sprach er für die CDU, 2006 ging er als Chef der Stabsstelle ins Bundespresseamt. In dieser Zeit arbeitete er auch für die CDU-Vorsitzende und Kanzlerin Angela Merkel. Hat er ein besonderes Händchen für starke Frauen?

Die ganze Titelgeschichte über Trumpf und Claus Zemke lesen Sie in der Mai-Ausgabe des prmagazins.

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