MSL

Wigan Salazar

1) Auftragsinhalte
a) Als Agentur mit einem Fokus auf Consumer-, Corporate- und Krisen-PR sowie Public Affairs haben sich unsere inhaltlichen Schwerpunkte im Vergleich zu den letzten Jahren nicht verändert. Unser Berliner Team ist mit neuen Public-Affairs-Mandaten besonders stark gewachsen – aber auch andere Büros und die Felder Consumer sowie Corporate entwickeln sich positiv. Zu den Wachstumstreibern gehören zudem Krisenkommunikation und Influencer Relations

Was sich in diesem Jahr noch verstärkt, ist, dass PR nicht mehr ohne Politik gedacht werden kann. In Zeiten, in denen Polarisierung und Populismus den öffentlichen Diskurs vergiften, ist in der Kommunikation auch jenseits der klassischen Public-Affairs-Mandate eine tiefe Kenntnis politischer Abläufe und Diskurse notwendig geworden. Dafür sind wir optimal aufgestellt. 

b) Disziplinübergreifende Leistungen werden von den Kunden immer mehr nachgefragt. Ein vernetztes Angebot ist daher bei Pitches von Vorteil. Dabei haben wir auch 2018 extrem vom „Power of One“-Konzept der Publicis-Gruppe profitiert. Wir arbeiten noch enger als im letzten Jahr mit unseren Schwesteragenturen Publicis Pixelpark, Leo Burnett, Saatchi & Saatchi, MetaDesign, Publicis Sapient und Publicis Media zusammen. 

Dabei werden die an uns gestellten Aufgaben immer komplexer und hybrider. Dafür braucht es echte Kooperationen unter den Disziplinen – da ist unser „Power of One“-Angebot einzigartig. Wir befinden uns an der Schnittstelle von datengetriebenen Zielgruppen-Insights, automatisierter Content-Individualisierung sowie einem immer professionelleren Influencer Marketing. Deshalb ist es wichtig, nicht nur in seiner Disziplin zu denken, sondern strategische Beratung, digitalen Content, kreative Ideen und neue Technologien im Sinne des Kunden zu vereinen.

c) Der Anteil des Digitalgeschäfts an unserem Umsatz ist 2018 noch einmal gestiegen. In allen Beratungsfeldern zeigen sich digitale Komponenten. Gerade bei den Themen Influencer Relations und Entwicklung von digitalem Content ist MSL stark vertreten. Innerhalb der Publicis-Gruppe begleiten wir zudem Unternehmen bei der digitalen Transformation und launchen 2019 mit „Marcel“ unsere eigene, auf künstlicher Intelligenz basierende App.
Natürlich gibt es noch gänzlich „analoge“ Aufträge – beispielsweise im Feld Public Affairs, wenn es um konkrete Gesetzgebung geht. Aber der Anteil dieser rein analogen Aufträge nimmt rasant ab. 

d) Fake News sind ja kein neues Phänomen. Unterstellungen und Falschbehauptungen zu korrigieren, ist seit jeher ein wesentlicher Bestandteil der Krisenkommunikation und damit auch unserer Arbeit. Als wir vor ein paar Jahren die Pro-TTIP-Kampagne für die deutsche Industrie machten, war eine unserer Kernaufgaben, sachlich aufzuklären. Klar ist auch, dass eine neue Dimension hinzugekommen ist: Man kämpft an mehreren Fronten. Während wir zuvor vor allem Vorhaltungen von NGO-Seite kontern mussten, häufen sich jetzt durch Bots und anonyme Twitter-Accounts gestreute Gerüchte zu unseren Kunden. Schließlich sind große globale Unternehmen nicht nur bei der extremen Linken, sondern auch bei der extremen Rechten verhasst – mit den entsprechenden antikapitalistischen und antisemitischen Untertönen. Erst neulich wurde einem Kunden vorgeworfen, mit seinen Produkten Anreize für Flüchtlinge zu schaffen. In solchen Fällen ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Die Herausforderung ist: Wie kontern wir sachlich und präzise, ohne zusätzliche Aufmerksamkeit für absurde Gerüchte zu schaffen?

e) Gerade in der Vermarktung von Konsumgütern und speziell im Feld Influencer Relations sind die Anforderungen in Sachen Messbarkeit deutlich gestiegen. Das ist auch gut so – denn wenn eine Influencer-Aktivierung strategisch sinnvoll eingesetzt ist, ist der Mehrwert bis hin zum konkreten Verkauf messbar. Darüber hinaus entwickeln wir natürlich unsere Analysen und Messungen stets weiter, um den teils sehr individuellen KPI-Anforderungen gerecht zu werden.

2) Auftragsumfang:
Wir sehen hier einen klaren Trend hin zu größeren Kunden und größeren Projekten – und weg von den vielen Ausschreibungen und Pitches. Das kommt sowohl den Kunden als auch uns sehr entgegen. Wir sagen auch einen guten Teil der Anfragen ab. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Ausschreibung zu umständlich oder das Budget zu gering ist. 

3) Budgethöhe:
Die meisten unserer Kundenetats sind 2018 weiter gestiegen.

4) Neukundengewinnung:
Wir haben eine ausgeprägte Neugeschäftskultur. Durch das gesamte Senior-Management hinweg haben wir eine Reihe an Köpfen, die erfolgreich am Markt akquirieren. Zudem haben wir einen sehr rigiden Qualifizierungs- und Pitch-Prozess, der es uns leichter macht, unseriöse von ernst gemeinten Anfragen zu unterscheiden und den potenziellen Kunden die richtigen Lösungen anzubieten.
Da die Kunden und Projekte, wie oben erwähnt, immer größer werden, fokussieren wir uns im Neugeschäft stärker als früher und haben auch unsere Erfolgsquote erhöhen können. Aber „einfach“ ist die Neukundengewinnung nie – sie erfordert immer viel Einsatz und Disziplin seitens der Agentur.

5) Ausblick:
Ich erwarte, dass sich unsere Auftragslage in 2019 weiter positiv entwickeln wird. Mit einer Reihe sehr guter Neugeschäftsgewinne im vierten Quartal 2018 haben wir bereits jetzt die Basis für ein erfolgreiches Jahr gesetzt.
Wir sind sehr fokussiert und besinnen uns auf unsere Stärken. Innovationen entwickeln wir aus unseren eigenen Kompetenzen und Erfahrungen heraus – ohne auf unsere Konkurrenten zu schielen. Dabei konnten wir einige „Bestseller“ identifizieren, die Kunden immer wieder nachfragen. Unsere Digitalaufstellung spielt dabei eine extrem wichtige Rolle: von Influencer Relations im Feld Consumer bis hin zu Corporate Social Media.

6) Weitere bemerkenswerte Trends/Entwicklungen/Herausforderungen:
Auch für 2019 gilt: Die wichtigste Priorität ist, die richtigen Talente zu sichten, zu rekrutieren und zu halten. Talente und Persönlichkeiten sind die wichtigsten Voraussetzungen für unseren Erfolg. Alles andere kommt von allein.