Detailinformationen

Autor

Peter Kirsch

Freier Autor

verfasst am

09.09.2019

im Heft

09/2019

Schlagworte

Daimler, Sascha Pallenberg, Shitstorm, SUV-Tweet

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Ausgabe 09/2019

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Daimler

"Das Netz frisst seine Kinder"


Ein Tweet von Mercedes-Benz (links) löste Anfang August eine Welle der Empörung aus. Das Krisen-Community-Management übernahm Daimler-Mann Sascha Pallenberg.


Mit einem Werbe-Tweet für ein SUV sorgte Daimler für einen heftigen Shitstorm. Sascha Pallenberg, Head of Digital Transformation bei dem Stuttgarter Autobauer, hat sich schnell an die Twitter-Front begeben und der Debatte seinen Stempel aufgedrückt. Warum und wie er dabei vorgegangen ist, hat er dem prmagazin erzählt.


prmagazin: Wann wurde Ihnen klar, dass der „Hitze“-Tweet Ihres Unternehmens problematisch werden könnte?

Sascha Pallenberg: Sofort. Schon als ich die ersten Reaktionen sah, wusste ich, dass da eine sehr, sehr lange Kommunikationsschicht vor mir liegt. 

Sie arbeiten für Daimler als Head of Digital Transformation. Wieso sind ausgerechnet Sie so stark in die Debatte eingestiegen?


Sascha Pallenberg: "Wir haben Mist gebaut. Um das einzufangen, muss man die Debatte auf Augenhöhe führen."


Ich bin täglich in sozialen Netzwerken unterwegs und habe die Diskussion um den Tweet ziemlich schnell mitbekommen. Mir war klar: Wir haben da Mist gebaut. Und um das wieder einzufangen, muss man die Debatte auf Augenhöhe führen. Das geht am besten über ein Gesicht, über eine greifbare Person, nicht über ein anonymes Firmenkonto. Mir war schnell klar, dass ich da jetzt ran muss. Das ist ja auch Teil meines Jobprofils.

Sie waren jahrelang ein erfolgreicher Tech-Blogger. Hat Ihnen das in der Diskussion geholfen?

Ja, ich glaube, da habe ich als Person schon eine gewisse Authentizität mitgebracht. Nachhaltigkeitskommunikation ist für mich kein neues Thema. Das habe ich schon vor zehn Jahren gemacht, als ich mich in einem Review-Video über zu viel Plastikverpackungen bei Tech-Produkten aufgeregt habe. Man nimmt mir ab, dass mir das Thema am Herzen liegt. Und mit diesem Hintergrund finde ich es wichtig, in solchen Situationen persönlich dazwischen zu gehen, um Druck von der Marke zu nehmen und die aufgeheizte Diskussion zu versachlichen. Das geht nun einmal am besten, wenn man Gesicht zeigt.

Ist das kein Widerspruch?

Nein. Denn um Sachlichkeit in die Debatte zu bringen, musst Du Dein Gegenüber begreifen. Ich bin Sanguiniker, kann mich also durchaus schon einmal aufregen. Ich verstehe die Wut, und das hilft. Ich gehe aber zugleich auch mit einer eigenen Leidenschaft in die Debatte hinein. Ich brenne für meine Company und für die Dinge, die Daimler macht. Gerade auch was die Transformationen im Bereich Nachhaltigkeit angeht. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. In der September-Ausgabe des prmagazins erklärt Sascha Pallenberg, mit welcher Strategie er die Aufregung in Social Media einzufangen versuchte, wie die Abstimmung mit der Kommunikationsabteilung lief und wie sich die Debattenkultur im Netz aus seiner Sicht verändert hat.

Die prmagazin-Ausgabe 09/2019 – darin unter anderem:

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