Detailinformationen

Autor

Daniel Neuen

Redakteur

im Heft

1/2012

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Unilever

„Das ist kein PR-Gequatsche“

Mitte Dezember musste Unilever-Kommunikator Merlin Koene indonesische Ureinwohner besänftigen, die vor der Zentrale des Konsumgütermultis protestierten. Ihr Vorwurf: Ein Palmöllieferant des Konzerns habe sie aus ihrem Dorf vertrieben. Koene über einen schwierigen Tag in der Hamburger Hafencity.

Merlin Koene (rechts) stellte sich vor der Unilever-Zentrale demonstrierenden NGOs und
indonesischen Ureinwohnern. (Foto: Hinrich Schultze)

prmagazin: Was sagt man einem indonesischen Stammeshäuptling, der mit Familie vor der Zentrale gegen die Zerstörung seines Dorfs protestiert und Unilever dafür verantwortlich macht?
Koene: Ich habe ihn zum Gespräch eingeladen, schließlich ist er weit gereist, um sein Anliegen vorzubringen. Unilever setzt auf Dialog, und das ist bei uns kein PR-Gequatsche. Wir haben nichts zu verbergen.

Aber die Palmöl-Problematik ist ein schweres Imageproblem für Unilever.
Kein großes Unternehmen ist in der Thematik so enga giert wie wir. Bereits heute verwenden wir in Europa ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Palmöl. Im Übrigen läuft in Jakarta ein Schlichterverfahren zu diesem Fall unter Beteiligung der Weltbank. In Deutschland können wir die Problematik nicht lösen.

Wie haben Sie die Atmosphäre vor der Unilever-Zentrale erlebt?
Da ging es nicht zu wie auf dem Ponyhof. Als am Anfang noch die Journalisten dabei waren und die NGOs und Ureinwohner ihre Forderungen vorgebracht haben, war die Stimmung schon konfrontativ. Aber danach konnte ich in Ruhe mit den Ureinwohnern reden.

Haben sich die Ureinwohner vor den Karren der NGOs spannen lassen?
Die unterschiedlichen Akteure eint ein gemeinsames Interesse: der Schutz des Regenwalds. Aber natürlich sind auch andere Dinge im Spiel. NGOs wollen auch Spenden, die indonesischen Ureinwohner wollen ihre Kompensation. Das Timing so kurz vor Weihnachten war wahrscheinlich kein Zufall.


Lesen Sie auch die Titelgeschichte über Merlin Koene und die Kommunikation von Unilever aus unserer Dezember-Ausgabe.

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