Wilmes Kommunikation
„Der Kampf ist nicht verloren“
Frank Wilmes, Inhaber der Düsseldorfer Agentur Wilmes Kommunikation, kümmert sich ehrenamtlich um die Öffentlichkeitsarbeit für Jens Söring, ein Deutscher, der in den USA seit 1990 eine lebenslängliche Freiheitsstrafe wegen Mords an den Eltern seiner damaligen Freundin verbüßt. Über seine Beweggründe und die Schwierigkeiten, die dem PR-Berater bei seiner Arbeit begegnen.

"Brief schreiben, Briefmarke drauf und ab per Luftpost": Die Kommunikation zwischen PR-Berater Frank Wilmes und einem in den USA inhaftierten Deutschen läuft auf klassische Weise.
prmagazin: Warum braucht ein verurteilter Doppelmörder, der seit 22 Jahren im US-Bundesstaat Virginia in Haft sitzt, einen PR-Berater?
Wilmes: Weil er es verdient hat. Es gibt weder Beweise noch Plausibilitäten, dass er schuldig ist. Keine DNA-Spuren, keine Zeugen, nichts. Können Sie sich das vorstellen? Er hat die Arschkarte seines Lebens gezogen. Bemerkenswert ist: Weil tatsächlich alles für seine Unschuld spricht, setzt sich auch die ehemalige Generalstaatsanwältin von Virginia für seine Freilassung ein. Vor zwei Jahren bin ich auf den Fall aufmerksam geworden. Ich habe viele Artikel dazu gelesen und mich eingearbeitet. Seit einem Jahr betreue ich ehrenamtlich seine Pressearbeit.
Wie sieht die Arbeit aus?
Viel Wühlarbeit, viel Nahkampf. Es ist extrem wichtig, dass sich markante Persönlichkeiten und Organisationen wie die Kirchen mit dem Schicksal von Jens Söring auseinandersetzen. Wir brauchen starke Multiplikatoren. Hierbei nutze ich selbstverständlich mein Netzwerk, zu dem auch Friedrich Merz gehört, der über exzellente Kontakte in Amerika verfügt. Außerdem gehe ich ungeniert auf bekannte Journalisten zu, damit sie sich mit dem Fall befassen. Die Tendenz der Berichte ist eindeutig pro Jens Söring. Diese Aufmerksamkeit darf auf gar keinen Fall erschlaffen. Das ist eine extrem starke Anforderung an effiziente Öffentlichkeitsarbeit. Wer heute Hurra schreit, kann morgen schon heiser sein.
Wie kommunizieren Sie mit Herrn Söring?
Wie früher. Brief schreiben, Briefmarke drauf und ab per Luftpost. So kam auch unser erster Kontakt zustande. Ich habe ihm ins Gefängnis geschrieben. Daraufhin hat er sich erst einmal über mich und meine Arbeit informiert. Und so geht es auch umgekehrt, aber Jens Söring muss jeden Brief mit der Hand schreiben, weil ihm die Gefängnisleitung andere Kommunikationsmittel verweigert. Alles, auch seine Bücher, die er im Lauf seiner Haft geschrieben hat, hat er handschriftlich verfasst. Er schreibt buchstäblich um sein Leben. Er schreibt und schreibt und hört gar nicht mehr auf. Er ist sein eigener PR-Manager, aber ohne die Welt da draußen kann er nicht wirken.
Warum besuchen Sie Herrn Söring nicht?
Das möchte ich auf jeden Fall machen. Leider ist das nicht so einfach. Man muss Anträge stellen und viel Geduld haben und so manche Schikane wegstecken. Beispiel: Als der Verlag Droemer vor einigen Monaten Jens Sörings neues Buch „Nicht schuldig“ herausbrachte, verhängte die Gefängnisbehörde ein Interviewverbot mit deutschen Journalisten. Das heißt: Ein deutscher Staatsbürger in US-Haft darf nicht mit deutschen Journalisten sprechen, weil er ein Buch geschrieben hat. Aus diesem Grund ist zum Beispiel ein Interview mit der Welt am Sonntag geplatzt. Da hätte unser Bundesaußenminister auf die Pauke hauen müssen: „So nicht!“
Welche Probleme begegnen Ihnen bei Ihrer Arbeit?
Zum einen natürlich die komplizierte Kommunikation. Ich kann Herrn Söring nicht anrufen oder mit ihm online chatten. Wir können uns nur Briefe schreiben. Aber er antwortet sehr schnell. Zum anderen muss ich aber auch dafür sorgen, dass die Arbeit mit den Partnern aus Politik und Kirche nicht erlahmt. Man muss stets für Betroffenheit sorgen.
Was haben Sie bislang über die Politik erreicht?
Guido Westerwelles Engagement für Jens Söring ist überschaubar. Für Julia Timoschenko setzt er sich mit Hingabe öffentlichkeitswirksam ein, nicht aber für einen deutschen Staatsbürger, der seit einem Vierteljahrhundert in einem US-Gefängnis sitzt. Aber: Im Bundeskanzleramt und in allen Bundestagsfraktionen liegt der Fall nicht in der Schublade. Der Kampf ist nicht verloren. Er geht weiter – aber bitte nicht mit mehr stiller Diplomatie, sondern knallhart offensiv.
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Darin unter anderem:
Verwandlung: Martin Büllesbach managt bei Bilfinger Berger seinen zweiten Markenrelaunch.
Zwitscherprofis: Ein Besuch in der Social-Media-Keimzelle der Allianz.
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Aktuelle Kommentare
14.08.2012 07:07
@"Mikä", der einen Wackler hat
Was wollen Sie denn eigentlich?
Jens Söring ist da, wo er hingehört-hinter schwedischen Gardinen, und das für den Rest seines Lebens. Der Fall ist durch sämtliche Instanzen der amerikanischen Justiz gepaukt worden, - und jedes Mal lautete das Urteil:
Schuldig im Sinne der Anklage!
Jetzt kommen Sie und wollen alle Welt von der Unschuldigkeit dieses eiskalten Mörders überzeugen.
Es wird überhaupt nichts an den Tatsachen ändern, dass Söring eine Armee von Nervensägen in die Welt hinausschickt - man wird ihn in Virginia niemals einfach so gehen lassen, dafür ist der Fall zu sehr in den Köpfen der Menschen verankert. Und dafür hat Soering m. E. nach auch zu große Schuld auf sich geladen. Denn was damals in Bedford geschah, gleicht einer Hinrichtung.
In Deutschland wäre Soering vermutlich längst in Sicherungsverwahrung, und da wäre er ein Niemand - keiner würde auch nur auf den Gedanken kommen, so jemanden rauszulassen.
Haben Sie sich mal gefragt, warum sein Vater nichts mehr mit ihm zu tun haben will?
Zu sehen, wie einige Bundestagsabgeorndete im Namen des deutschen Volkes einen Bettelbrief an den Gouverneur Virginias schreiben - und sich darin fast in ihren eigenen Exrementen wälzen - das ist zum Fremdschämen und wirft ein schlechtes Licht auf die deutsche Politik.
Verwenden Sie doch Ihre Energie lieber auf den Weltfrieden, oder den Hunger, den Tierschutz, den Kampf gegen die Todesstrafe - oder was auch immer - nur lassen Sie dieses spätinfantile Kämpfen für eine aussichtslose Sache sein.
12.08.2012 15:27
Die Jens-Jünger beantworten nur nie die Frage, wie es denn um sein Rettungsmotiv bestellt ist, wenn er doch beginnend mit seinem ersten -vorgeblich falschen-Geständnis die Freundin als Anstifterin darstellt.
Entfällt also erkennbar das Rettungsmotiv, bleibt als Geständnismotiv nur noch der psychopathische Sadismus.Ich unterstelle, daß ihn das Gestehen gegenüber der Polizei erneut erregt hat, da er ja davon ausging, mit einer Kurzstrafe in Deutschland davonzukommen.
12.08.2012 00:05
Lieber "Katsarien Amaris",
leider muss ich sie enttäuschen: Der dicke Fisch, den sie an der Angel zu haben meinen, stammt - oh Wunder - von der Homepage von - jetzt kommt's gleich - Jens Söring! Und wer sich umfassend informieren will, der lese auch bitte die vielen anderen umfassenden Infos (alles belegbare Quellen):
http://jenssoering.de/information
Und hier noch mal der Link zum Brief, der ja schon liebenswürdiger Weise von "Katsarien Amaris" verlinkt wurde und auch - oh Wunder - auf obigen Link zur Homepage, zu finden ist:
http://q.b5z.net/i/u/7000525/f/DNS/GartnerBrief.pdf
Und - oh Wunder - gibt es darauf auch eine Antwort von seiner Anwältin Gail A. Ball:
http://q.b5z.net/i/u/7000525/f/DNS/Antwort_auf_Gardner-Brief_-_7.3.2011_-_DE.pdf
Dass der liebenswürdige "Katsarien Amaris" das nicht auch gefunden und verlinkt hat ... Ein Schelm, wer dabei nichts Böses denkt...
Und wer des Englischen mächtig ist, der kann - oh Wunder - sogar das englische Original lesen:
http://q.b5z.net/i/u/7000525/f/DNS/Antwort_auf_Gardner-Brief_-_7.3.2011.pdf
Und mit diesen Worten möchte ich mich nun verabschieden:
homo homini lupus
11.08.2012 21:33
Mich wundert doch etwas, wie man
1.) den Prozess, welcher Jens erhalten hat als fair bezeichnen kann, wenn von Seiten der Anklage und der Verteidigung übereinstimmend gesagt wird, dass der sog. verwischte "Sockenabdruck" das einzige objektiv verwertbare "Beweisstück" war,
2.) es gut finden kann, dass Briefe eines unreifen 18-jährigen an seine Freundin als "Beweis" für einen Mord angesehen werden.
Rechtstaatslichkeit sieht für mich deutlich anders aus und ich bin froh hier diesseits des Atlantiks zu wohnen, wo eine andere Herangehensweise vor Gerichten üblich ist.
Uwe
11.08.2012 18:29
Nur weil bestimmte Leute aus Politik und Medien auf die Tränendrüse drücken, heißt das noch lange nicht, dass Jens Söring wirklich unschuldig ist und die Mehrheit der Deutschen ihn zurück haben will.
Mir scheint vielmehr, dass ein nicht unerheblicher Teil des Engagements für S. darauf beruht, sich selbst ins Gespräch zu bringen bzw. sich "wichtig" zu machen-sozusagen als öffentlichkeitswirksames "Charity-Projekt". Für die Medien lässt sich das natürlich auch gut vermarkten.
Der Fall von Jens Söring ist dazu aber eigentlich nicht geeignet.
Er hat seine Tat mehrfach gestanden und hat dabei Täterwissen offenbart. Auch hatte er einen fairen Prozess. Also ich möchte ihn nicht zurückholen lassen. Eine Einschätzung, die, wenn man sich mal die Leserkommentare zu den zahreichen Berichten zu seinem Fall anschaut, viele andere Bürger intuitiv teilen.
Hier mal eine Zusammenfassung des Falls, zur Abwechslung mal nicht von Söring selbst, sondern von der Polizei von Bedford:
http://q.b5z.net/i/u/7000525/f/DNS/Gartner-Brief.pdf
09.08.2012 18:35
Oh oh, Hr. Wilmes, da haben Sie aber geflunkert. Behaupten einfach, die gesamte Medien-PR von Jens Söring würde auf Ihr Konto gehen.
Herr Wilmes, schämen Sie sich nicht? Es ist doch nun wirklich bekannt, dass die gesamte Jens Söring-Medien-PR/ Internetpräsenz von seinem Freundeskreis gemanagt wurde. Oder stehen sie auf Herrn Sörings Website bei seinem Freundeskreis als Medienkoordinator?
Aber Spaß beiseite: Hr. Wilmes, es ist echt kein netter Zug von Ihnen, sich mit fremden Federn zu schmücken und für Ihr Unternehmen auf Kosten anderer zu werben. Ist so was überhaupt seriös?
Und nebenbei: Sie schreiben wie gerne Sie Jens Söring besuchen würden und wie kompliziert das wäre. Also, die Hauptarbeit an Formularen bewerkstelligt doch Herr Söring und das Personal zeigt sich äußerst entgegenkommend und freundlich. Dass Ihnen das nicht bekannt ist…
(Anmerkung der Redaktion: Sehr geehrte Frau Andersen, vielen Dank. Wir werden Ihren Hinweis überprüfen.
Die Prüfung des Sachverhalts hat Folgendes ergeben:
Es ist richtig, dass die Gesamtkoordination aller Projekte und Aktivitäten für Herrn Söring vom Freundeskreis Jens Söring gesteuert wird. Frank Wilmes ist unabhängig davon tätig. Er hat im Vorfeld den Freundeskreis über das Interview informiert, und dieser hat es ausdrücklich begrüßt. - Die Redaktion, 13.8.2012)
09.08.2012 15:40
Scheinbar läßt die gehobene Abstammung von Jens ähnlich herkünftige Leute die Vernunft vergessen. Monate vor der Tat hat Herr Söring Briefe geschrieben des Inhalts, daß der Vater der Freundin bei einer Konfrontation mit ihm durchaus sterben könne. Auch ist seine Behauptung, mit seinen vielerlei vorgebrachten vorgeblich falschen Geständnissen die Freundin retten zu wollen, völlig unglaubwürdig. Denn beginnend mit seinem ersten Geständnis hat er sie gleich als Anstifterin hingestellt, womit das Rettungsargument völlig widerlegt ist.Man kann das alles im Buch " Beyond Reason" von Ken Englade nachlesen.
Herr Westerwelle scheint seine Denkfähigkeit nicht abgeschaltet zu haben, was ich sehr begrüße.



