Detailinformationen

Autor

Daniel Neuen

Redakteur

verfasst am

08.10.2012

im Heft

10/2012

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Timo Sieg

„Ich verwalte keine Latifundien“

Längeres Haar, Bart, große Brille – äußerlich gewandelt meldet sich Timo Sieg zurück. Der frühere Pleon-Chef hat eine Beteiligungsfirma gegründet und mischt auch in der PR wieder mit. Der 47-Jährige über den Start in sein zweites Berufsleben.

Der ehemalige Pleon-Chef Timo Sieg ist jetzt Geschäftspartner von Zeron-Gründerin Vivian Stürmann.

prmagazin: Mit Ihrer Düsseldorfer Beteiligungsfirma Milema Sieg wollen Sie bei der Agentur Zeron einsteigen. Lässt sich mit klassischer PR überhaupt noch Geld verdienen?
Sieg: Ja, wobei das weniger eine Frage der Disziplin als der Größe ist. Zeron ist eine kleine Agentur mit zwölf Mitarbeitern, braucht  also keinen großen Verwaltungsapparat und muss keine Gebühren an Netzwerkzentralen abdrücken. Entsprechend lässt sich eine prozentuale Marge erzielen, die vergleichbar mit Corporate- und Finanzberatungen ist, bei denen die Mitarbeiter im Durchschnitt viel teurer sind.

Geplant ist, dass Sie 25 Prozent der Anteile von Zeron-Gründerin Vivian Stürmann übernehmen. Wann ist es so weit?  
Wir peilen die kommenden zwei Jahre an. Ich kenne das Team noch nicht sehr lange, stehe der Agentur zwei Tage in der Woche als Sparringspartner zur Verfügung. Ich kenne Vivian zwar schon lange, aber wir müssen auch gucken, ob alles so klappt, wie wir uns das vorstellen.

Mit Milema sind Sie zudem an einem Stahlverarbeiter, einer IT-Firma und einem Systemgastronomen beteiligt. Wie passt das zusammen?
Das ist ein buntes Potpourri von Unternehmen, die Menschen gehören, die ich meine Freunde nenne, mit denen ich gern zusammenarbeite und mich dabei wohlfühle.

Bei Ketchum Pleon haben Sie sich nicht mehr wohlgefühlt?
Es gab nie böses Blut. Aber ich brauche den Agenturjetset nicht mehr. Und auch keine 22-seitigen Kontrakte, die den gegenseitigen Opportunismus einzufangen versuchen. Die Verträge, die ich jetzt mit meinen Freunden schließe, passen auf eine halbe DIN-A4-Seite.

Klingt fast so, als ob Sie das Geld aus dem Verkauf Ihres dreiprozentigen Pleon-Anteils Ende 2011 aus Spaß an der Freude investieren.
Ich leide keine Not, habe aber auch leider oder Gott sei Dank keine Latifundien zu verwalten. Ich habe ein hohes Interesse daran, dass meine Beteiligungen wirtschaftlich funktionieren.

Planen Sie weitere Investments in PR-Agenturen?
Definitiv nicht. Hier bei Zeron habe ich den Spaß an der PR wiedergewonnen, vor allem wegen meiner persönlichen Freundschaft zu Vivian. Das Schöne ist, dass ich ganz nah dran am Geschehen bin. Als Network-Manager habe ich in irgendwelchen Büros in London oder Düsseldorf Entscheidungen getroffen, die ein anderes Land oder einen anderen Kontinent betrafen. Bei Zeron sehe ich direkt, was aus meinen Vorschlägen, so man sie annimmt, wird.

 

Die Oktober-Ausgabe des prmagazins ist erschienen. Hier geht es zum E-Paper.

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