Detailinformationen

Autor

David Selbach

Freier Autor

verfasst am

07.11.2018

im Heft

11/2018

Schlagworte

Arbeitsmarkt, GK Personalberatung, Gabriele Kaminski, Christian Löcker

Das aktuelle Heft
Ausgabe 11/2018

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Arbeitsmarkt

"Jetzt verändert sich wirklich vieles"


Viele Entwicklungen, die sich in den vergangenen Jahren abgezeichnet haben, nehmen aktuell deutlich an Fahrt auf, beobachten Gabriele Kaminski und Christian Löcker.


Wie hat sich der Arbeitsmarkt in Europa, Asien und den USA entwickelt? Gabriele Kaminski und Christian Löcker von der GK Personalberatung berichten, was Top-Kommunikatoren heute können müssen – und warum es ab einem gewissen Level keinen „deutschen Arbeitsmarkt“ mehr gibt.


prmagazin: Frau Kaminski, Herr Löcker, die Konjunktur läuft gut, allerorten bauen Unternehmen eigene Content-Marketing-Ressourcen auf. Da dürften es Bewerber auf dem Arbeitsmarkt für Kommunikatoren leicht haben, oder?

Gabriele Kaminski: Die Arbeitslosigkeit befindet sich jedenfalls auf einem historischen Tiefstand. Es gibt sehr viele offene Stellen für deutlich weniger interessierte Bewerber. Kurzum: Momentan handelt es sich in Deutschland um einen Bewerbermarkt – so wie im ganzen deutschsprachigen Raum. 

Also können sich Bewerber den Arbeitgeber aussuchen?

Kaminski: Das zwar auch wieder nicht, aber es ist schon auffällig, wie viele Unternehmen intensiv daran arbeiten, die Rahmenbedingungen für potenzielle neue Mitarbeiter zu verbessern. Zum Beispiel indem sie flexible Arbeitszeitmodelle einführen.

Sie arbeiten schon lange mit internationalen Partnern zusammen, bauen diese Kooperation gerade aus. Warum?


Gabriele Kaminski: "Der größte Unterschied zu früher ist, dass Marketing und Unternehmenskommunikation so stark zusammengewachsen sind."

Kaminski: Der Job in der Kommunikation wird internationaler. Wir haben immer mehr Mandate in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, bei denen Expertise und Persönlichkeit wichtiger sind als Kenntnisse der deutschen Sprache. Wir haben in letzter Zeit schon mehrfach weltweit nach einem Global Head of Communications gesucht.

Für was für Unternehmen besetzen Sie solche Positionen?

Kaminski: Das sind naturgemäß die global aufgestellten, börsennotierten Unternehmen, aber auch Familienunternehmen auf internationalem Niveau. Insgesamt hat die Durchlässigkeit der Arbeitsmärkte stark zugenommen. Man kann wirklich nur noch bedingt von einem deutschen Markt sprechen. 

Sind das schlechte Nachrichten für Journalisten, die sich für einen Wechsel in die Unternehmenskommunikation interessieren? Immerhin ist der Umgang mit der deutschen Sprache ihr größtes Pfund.

Christian Löcker: Es gibt auch weiterhin viele Funktionen und Ebenen, in denen es hilfreich und wichtig ist, gut mit der deutschen Sprache umgehen zu können. Auch ein journalistischer Hintergrund ist nach wie vor eine mögliche Qualifikation, die zu einer Karriere in der Unternehmenskommunikation führen kann. Durch den Boom der Content-Marketing-Aktivitäten und den Aufbau von Corporate Newsrooms hat sich sogar wieder ein breiterer Zugang für Journalisten geöffnet.

Das heißt, Journalisten waren als Kandidaten zwischendurch mal weniger beliebt? Warum? Weil sie nicht international genug aufgestellt sind?


Christian Löcker: "Durch den Boom der Content-Marketing-Aktivitäten und den Aufbau von Corporate Newsrooms hat sich wieder ein breiterer Zugang für Journalisten geöffnet."

Löcker: Nein, weil Führung in Redaktionen einfach anders gelebt wird als auf Unternehmensseite. Das ist beim Einstieg häufig ein Problem, weil es Journalisten schwerfällt, sich in eine Konzernhierarchie einzuordnen.

Über Ihre Partner sind Sie in den USA und Asien aktiv. Wie entwickeln sich diese Märkte? 

Löcker: In den USA ist der Arbeitsmarkt in einer sehr guten Verfassung, nachdem auf die Präsidentschaftswahl von Donald Trump von Ende 2017 bis Anfang 2018 zunächst eine verhaltene Phase gefolgt war. 

Was ist dort anders als hierzulande?

Löcker: Zum Beispiel berichtet der Chief Communications Officer (CCO) nicht immer an den CEO, sondern oft an den Marketing- und nicht selten an den Personalvorstand. Eine weitere Besonderheit ist der starke Arbeitsmarkt im Bereich Stiftungen und Bildungsinstitutionen. Da gibt es in den Staaten ein deutlich höheres professionelles Anspruchsniveau – und Vergütungen wie in der Industrie. Beim Thema Diversity geht es, anders als in Europa, nicht in erster Linie um Gender-Themen, sondern stärker um ethnische, soziale und kulturelle Aspekte. 

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie im November im prmagazin, wie sich der Arbeitsmarkt in Asien entwickelt hat und was Top-Kommunikatoren heute können müssen.


Die prmagazin-Ausgabe November 2018 - darin unter anderem:

Mister Nice Guy: Wie der frühere Bild- und Siemens-Mann Oliver Santen den Bundesverband deutscher Banken schlagkräftiger machen will.

Jetzt verändert sich vieles: Gabriele Kaminski und Christian Löcker über den Arbeitsmarkt für Kommunikatoren in Europa, Asien und den USA.

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