K2-Interview zur Tagung Interne Kommunikation

„Eine iPad-App weckt Emotionen“

Janine Krönung, Referentin der K2-Tagung „Interne Kommunikation“, spricht über die iPad-App, die die ING-DiBa im Juni 2011 als Ergänzung der Mitarbeiterzeitschrift entwickelte. Die Chefredakteurin des Mitarbeitermagazins glaubt, dass sich der Einsatz für viele Unternehmen lohnen kann.

Janine Krönung von der ING-Diba ist Referentin der K2-Tagung „Interne Kommunikation“.

Warum hat sich die ING-DiBa dazu entschieden, eine iPad-App für Mitarbeiter zu entwickeln?
Krönung:
Die Mitarbeiterzeitschrift auch als App umzusetzen, bot sich an, da im vergangenen Jahr alle ING-DiBa Mitarbeiter ein iPad bekommen haben. Daraus ergab sich die Möglichkeit, eine neue und sehr innovative Rezeptionsform anzubieten. Außerdem kam von den Angestellten immer wieder der Vorschlag, die Mitarbeiterzeitschrift nur noch als PDF anzubieten, um Druckkosten und Papier zu sparen. Die Redaktion hatte sich bisher immer dagegen entschieden, um den wichtigen „Mit-nach-Hause-nehm“-Effekt nicht zu verlieren, der für hohe Identifikation steht und dafür, dass sich die Mitarbeiter im persönlichen Umfeld und mit ausreichend Zeit der Lektüre widmen können. Auf dem iPad ist dieser Effekt nun aber auch gegeben.

Wie lange hat die Entwicklung gedauert und wie viel gekostet?
Die eigentliche Entwicklung hat sechs Wochen vom Briefing bis zur Publikation gedauert. Mit 20.000 Euro hielten sich die Entwicklungskosten für den Prototyp ebenfalls im Rahmen. Die Anschaffung der Geräte im Jahr zuvor war natürlich teurer.

Wie hoch sind die Nutzungszahlen?
Anlässlich der ersten Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift, die auch für das iPad konzipiert wurde, haben im Juli dieses Jahres 500 von 2.750 Mitarbeitern die App heruntergeladen.

Ist die relativ kleine Reichweite den Aufwand tatsächlich wert?
Der finanzielle Aufwand ist verhältnismäßig gering, da sowohl die Mitarbeiterzeitschrift als auch die App bei uns im Haus produziert und gelayoutet werden. Dazu benutzen wir ein Redaktionssystem, dass sowohl die Zeitschrift als auch die App erstellen kann.

Was sind die Vorteile der App gegenüber der Mitarbeiterzeitung?
Zum einen bietet die App die Möglichkeit des spielerischen Umgangs mit Inhalten, die multimedial, unterhaltsam und „leicht bekömmlich“ umgesetzt werden können. Das Erlebnis ist ein anderes. Durch Bewegtbild, Ton und Animationen lassen sich starke Emotionen auslösen. Zum anderen unterstützt die App unser Bemühen um einen guten internen Dialog. Durch die Feedbackfunktion, die gern unmittelbar während der Rezeption genutzt wird, bekommen wir ein schnelles, unverfälschtes Meinungsbild.

Würden Sie auch anderen Unternehmen zu einer internen iPad-App raten?
Eine iPad-App oder andere mobile Informationsvermittlung ist sicherlich für alle Unternehmen zu empfehlen, bei denen die Mitarbeiter oft unterwegs sind, wie im Vertrieb. Zudem muss die Kommunikationsform zum Unternehmen, dem Nutzungsverhalten der Mitarbeiter und zur Unternehmenskultur passen. Bei der ING-DiBa heißt das, dass die interne Kommunikation und damit auch die iPad-App, dazu beitragen müssen, dass sich die Mitarbeiter für die zentralen Ziele und Vorhaben des Unternehmens engagieren.

Ersetzt die App in absehbarer Zeit die Mitarbeiterzeitung der ING-DiBa?
Nein, aber wir denken gerade über einen Prozess nach, der es ermöglicht, die Printvariante aktiv abzuwählen. Für alle, die das nicht präferieren, werden wir das Heft weiterhin drucken.

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