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Christina Ullrich

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Global Women in PR

„Männer waren historisch bisher besser organisiert“

Der Kernvorstand von GWPR Deutschland am Tag der Vereinsgründung in der Münchner Allianz-Zentrale (von links): Barbara Schädler (E.ON), Monika Schaller (Deutsche Bank), Cornelia Kunze (i-sekai) und Sabia Schwarzer (Allianz).


Mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen – das ist ein Kernziel der
 Organisation Global Women in PR (GWPR). Seit dem 16. Januar hat das Netzwerk auch ein Deutschland-Chapter. Anlass nachzudenken. Ein Gespräch mit den Vertreterinnen des Kernvorstands über die Situation für Frauen in der hiesigen Kommunikationsbranche, Hürden und Chancen für karrierewillige Frauen – und Wege aus der weiblichen Demutsfalle.


prmagazin: Wofür brauchen Frauen in der deutschen PR-Branche ein eigenes Netzwerk?

Cornelia Kunze: Wir haben in Deutschland ja eine Situation: 80 Prozent der Einsteiger in unserem Beruf sind Frauen und etwa 80 Prozent der Chefs Männer. Das wollen wir ändern. Wir wollen tatkräftig Frauen unterstützen, damit mehr von ihnen in Führungspositionen gelangen. Das Feedback zeigt uns: Die Frauen wollen so etwas. Eine Dame hat mir geschrieben: „Das ist auch bitter nötig.“

Die Dachorganisation „Global Women in PR“ wurde schon 2015 auf Initiative aus Großbritannien gegründet. Wieso entsteht der deutsche Chapter erst jetzt, wenn der Bedarf so groß ist?

Kunze: Niemand von uns kannte die Organisation damals. GWPR ist jetzt in sechs Ländern aktiv. Es war Zufall, dass ich auf die Kolleginnen getroffen bin und wir dann überlegt haben, das Deutschland-Chapter aufzubauen.

Monika Schaller: Es ist der richtige Zeitpunkt, GWPR in Deutschland zu gründen. Die Zeiten haben sich geändert. Die Unternehmen sind in den vergangenen Jahren offener, transparenter geworden. Wir haben heute eine andere Unternehmenskultur in Deutschland.

Worauf führen Sie diesen Kulturwandel zurück?

Schaller: Der Druck von außen ist groß, ob man Quoten mag oder nicht. Mir persönlich geht es aber weniger um das Thema Frau/Mann. Ich würde mir wünschen, dass es um Leistungsbereitschaft geht, um Motivation – und darum, die Menschen zu fördern, die das mitbringen – unabhängig von ihrem Geschlecht. Dazu sind heute mehr Unternehmen bereit.

Mit welchen Themen wird sich der neue Verein im Detail beschäftigen?

Barbara Schädler: Inhaltlich bewegen uns zwei Themen. Erstens: Warum besteht diese Missbalance zwischen Männern und Frauen, von der Cornelia Kunze eingangs gesprochen hat? Und zweitens: Die Gründungsmitglieder von GWPR Deutschland sind ein großer Teil derer, die führende Positionen in der Unternehmenskommunikation in Deutschland innehaben, darunter alle Kommunikationsleiterinnen aus Dax-30-Unternehmen, mit Ausnahme derjenigen von RWE und SAP, die wir noch zu gewinnen hoffen. Wir wollen als die schon in Führungspositionen befindlichen Frauen Verantwortung übernehmen für die jüngeren, damit diese Missbalance sich verändert.

Wie wollen Sie das schaffen?

Schädler: Indem wir beispielsweise in Mentoring-Programmen und Veranstaltungen Mut machen, die Frauen darauf hinweisen, welche Herausforderungen, aber auch welche Chancen es gibt auf dem Weg in Führungspositionen. Umgekehrt wollen wir selbst etwas von deren Know-how mitbekommen, über alle Branchen, Unternehmen und Beratungen hinweg.

Sabia Schwarzer:  Ich sehe GWPR als große Chance für Frauen, sich zu vernetzen und voneinander zu lernen. Männer waren historisch bisher besser organisiert. Es gab unausgesprochen und auch ausgesprochen bessere Netzwerke, in denen sie Erfahrungen ausgetauscht, sich gegenseitig informiert und zusammengehalten haben. Das fehlte für Frauen in Deutschland.

Kunze: Viele Frauen sagen, sie haben zu wenige Vorbilder in ihrer eigenen Organisation, an denen sie sich orientieren könnten: Wie ist Karriere als Frau möglich? Wie kann ich ausloten, wie ich agiere? Soll ich durchsetzungsstark sein wie ein Mann? Muss ich dadurch keine Sympathieverluste hinnehmen? Und weil sie sich nicht orientieren können, scheint eine Karriere vielen auch nicht als so attraktiv. Hier setzen wir an.

Schaller: Man ist ja ziemlich schnell bei den klassischen Klischees. Mann: durchsetzungsstark, Frau: zickig. Auch Frauen kommen nicht umhin, sich die dicke Haut anzutrainieren, die in Führungspositionen nötig ist. Zudem ist ein persönliches Netzwerk wichtig, um Verbündete zu haben und Erfahrungen auszutauschen. [...]


Dieser Text ist ein Auszug. Das komplette Interview
lesen Sie in unserer Februar-Ausgabe. 

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