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Autor

Daniel Neuen

Redakteur

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Jobsuche mit Social Media

„Unverzichtbares Vitamin B“

Im März baute Burda bei seinem Videoportal Sevenload mehr als ein Drittel der Stellen ab. Gehen musste auch Sprecher Mike Schnoor. Nach intensivem Einsatz von Social Media fand der 32-Jährige bereits Anfang April einen neuen Posten als PR-Referent beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Tipps und Tricks für die Jobsuche via Twitter, Xing und Co.

Mike Schnoor

prmagazin: Herzlichen Glückwunsch, Herr Schnoor. Am 14. März haben Sie auf Twitter bekanntgegeben, dass Sie eine neue Herausforderung suchen, zwei Wochen später haben Sie beim BVDW angefangen. Führte ein einzelner Tweet zum Erfolg?
Mike Schnoor:
Die Resonanz war riesig. Ich habe innerhalb von zwei Tagen über 40 direkte Retweets, mehrere Empfehlungen, rund 200 neue Follower und 29 Hinweise auf freie Stellen bekommen. Außerdem haben nach kurzer Zeit verschiedene Fachmedien über die damalige Situation bei Sevenload berichtet und dabei erwähnt, dass ich frei sein würde. Daraufhin meldeten sich mehrere Headhunter direkt bei mir. Dieser Tweet hat meiner Jobsuche einen enormen Schub gegeben. Aber natürlich habe ich nicht nur über Twitter meine Fühler ausgestreckt.

Welche Kanäle haben Sie außerdem benutzt?
Meine Website mikeschnoor.com und Xing. Ich habe mich mit Absicht auf „nur“ diese drei Online-Präsenzen fokussiert. Es bringt nichts, auf allen denkbaren Kanälen konsequent erreichbar zu sein, weil man die Profile intensiv pflegen muss, sonst ist man zwar überall vertreten, aber eben nur mit Profilleichen.

Wie haben Sie Twitter, Xing und die Website aufeinander abgestimmt?
Ich wusste natürlich schon vor dem Bekanntwerden am 14. März, dass mein Bereich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber umstrukturiert wird, und konnte mich auf die Jobsuche vorbereiten. So habe ich mein Blog auf die Webadresse mikeschnoor.com umgeschaltet und dort klassische Dinge wie den Lebenslauf und Referenzen eingestellt. Mein Blog und mein Twitter-Profil liefen vorher unter dem Pseudonym „Sichelputzer“. Bei der Jobsuche wäre das sicher hinderlich gewesen. Zudem habe ich auf allen Portalen das gleiche Profilfoto verwendet, um einheitlich aufzutreten.

Wie hilfreich war Xing?
Sehr hilfreich. Auch dort habe ich geschrieben, dass ich eine neue Herausforderung suche. Daraufhin bekam ich viele Abrufe von meinen Xing-Kontakten, aber auch von Personalern aus Unternehmen. Zudem habe ich festgestellt, dass es durchaus zielführend ist, über Xing bei Personalern direkt anzufragen, ob sie freie Stellen haben. Im Bereich Social Media, PR, Kommunikation freuen sich die Unternehmen über Initiativbewerbungen, weil dort die Anforderungsprofile verschwimmen und teilweise nicht so trennscharf sind. Die Folge ist, dass viele Unternehmen diese Stellen gar nicht ausschreiben.

Warum haben Sie Facebook nicht genutzt?
Facebook wird eher privat genutzt – so will ich es auch halten.

Haben Sie auch klassische Bewerbungen geschrieben?
Ja, natürlich. Ohne geht es nicht. Und die Stelle beim BVDW habe ich letztlich auch auf diesem Weg bekommen.

Was bringt dann Social Media bei der Jobsuche?
Es ist ein sehr nützliches Werkzeug, weil es die Aufnahme und Pflege von Kontakten erleichtert und für unverzichtbares „Vitamin B“ sorgt. Man ist viel sichtbarer: Wer sich für mich als Bewerber interessierte, konnte über Social Media relativ schnell sehr viel erfahren. Der überwiegende Teil der erhaltenen Hinweise, Empfehlungen und Einladungen ist auf mein Engagement in Social Media zurückzuführen.

Aber nicht jeder verfügt im Social Web über so viele Kontakte wie Sie, allein bei Twitter sind es knapp 3.000 Follower. So leicht lässt sich Ihr Erfolg nicht nachmachen, oder?
Meine vielen Kontakte sind ein eindeutiger Vorteil, klar. Aber wer sich in Social Media nach einem neuen Job umsieht, der sollte ohnehin dort präsent sein. Und zwar seit längerer Zeit und nicht erst seit nur wenigen Tagen. Alles andere wäre unglaubwürdig.

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