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GPRA-Präsidentin Christiane Schulz: "Wir müssen Qualitätsmedien stärken, wenn wir etwas gegen Fake News tun wollen."



Nach einem Jahr im Amt zieht GPRA-Präsidentin Christiane Schulz, CEO von Weber Shandwick, eine erste Zwischenbilanz. Über Änderungen an der Employer-Branding-Initiative #kommindiagentur, den Kampf gegen Fake News und Intransparenz im Influencer Marketing sowie ihre Topthemen für 2018. 

prmagazin: Haben Sie in Ihrem ersten Jahr als GPRA-Präsidentin alles umsetzen können, was Sie sich vorgenommen hatten?

Christiane Schulz: (lacht) Es gibt so viele wichtige Themen, dass wir in der Zeit natürlich nicht alle gleichzeitig angehen konnten. Wir sind ein kleines Team und haben begrenzte Ressourcen. Aber dafür haben wir eine ganze Menge erreicht.

Was war für Sie persönlich der größte und wichtigste Erfolg?

Die Employer-Branding-Kampagne #kommindieagentur war eindeutig das Highlight. Darauf sind wir sehr stolz. Wer aus der Branche hätte darauf gewettet, dass die Kampagne so ein Erfolg wird? Die Nachfrage ist auch im zweiten Jahr gewaltig, die ersten Agenturen entwickeln eigene Kampagnen nach unserem Vorbild, an den Universitäten haben wir uns einen Namen gemacht.

Bewerber konnten dabei innerhalb von zwölf Wochen sechs Agenturen kennenlernen. Sie haben das „Agentursurfing“ genannt. Bleibt das Verfahren in der zweiten Runde 2018 dasselbe?

Ein paar Dinge verändern wir. Wir haben 2017 eine Umfrage unter den Teilnehmern gemacht. Die fanden die Aktion einen Tick zu lang. Deshalb haben wir auf vier Stationen gekürzt. Zudem sind etwas weniger Agenturen im Pool als in der ersten Runde. Diesmal mussten sich auch die Agenturen bewerben und aufzeigen, was sie den Teilnehmern bieten werden.

Was hatten die Teilnehmer erwartet, und wovon waren sie am meisten überrascht?

Ein paar Klischees haben sich bestätigt. Den kostenlosen Obstkorb und den Agenturhund gibt es anscheinend wirklich fast überall. Im Ernst: Wir konnten mit der Aktion erfolgreich zeigen, was für ein offenes Umfeld Agenturen sind und wie abwechslungsreich die Arbeit dort ist. 43 Prozent der Teilnehmer, die sich nicht vorstellen konnten in einer Agentur zu arbeiten, haben nach dem Agentursurfing ihre Meinung geändert. Was mich besonders freut: Viele können sich jetzt auch vorstellen, in eine kleine Spezialagentur zu gehen, sind nicht mehr automatisch nur auf die großen Namen fixiert.

Wozu sind Sie in Ihrem ersten Jahr noch nicht gekommen?

Wir müssen Qualitätsmedien stärken, wenn wir etwas gegen Fake News und Desinformation im Netz tun wollen. Daneben brauchen wir auch mehr digitale Bildung, und das bereits in der Schule. Gemeinsam mit der Quadriga-Hochschule und einer Master-Studentin haben wir dazu ein Konzept erarbeitet, das ich sehr gern schon vorgestellt hätte. Es dauert jedoch noch etwas. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte sind wir soweit.

Der Kampf gegen Fake News scheint Ihnen wichtig zu sein. Gerade erst haben Sie sich mit dem Verband der Werbetreibenden OWM angelegt und gefordert, Unternehmen sollten Werbebudget von Facebook abziehen, um Druck zu machen.

Naja, nicht ganz. Ich habe darauf hingewiesen, dass ein einzelnes Unternehmen nicht allein gegen Facebook vorgehen kann. Das ist der mächtigste Kommunikationskanal der Welt. Als Kommunikationsberater kommen wir und unsere Kunden aktuell nicht um Facebook herum. Gleichzeitig sollten wir uns aber auch positionieren und Druck ausüben – Letzteres ist die Aufgabe von Verbänden. Deshalb habe ich mich an die OWM gewandt.

Was haben Sie in der GPRA selbst getan, um das Thema anzugehen?

Wir haben im Deutschen Rat für Public Relations aktiv daran gearbeitet, dass die Richtlinie zu PR in digitalen Medien und Netzwerken überarbeitet wird. Jetzt geht sie auf die neuen technischen Möglichkeiten ein und regelt etwa den Einsatz von Social Bots. Solche Techniken sind nicht per se schlecht, aber sie dürfen nicht dazu missbraucht werden, falsche Fakten zu verbreiten und die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Darüber hinaus haben wir viele Vorträge gehalten, was Unternehmen jetzt gegen Fake News tun müssen.


Dieser Text ist ein Auszug. Wie 
GPRA-Präsidentin Christiane Schulz zum Thema Influencer steht und was sie mit der GPRA als Nächstes vorhat, lesen Sie in unserer Mai-Ausgabe. 

Die Mai-Ausgabe 2018 ist da. Darin unter anderem:

Ground Control: Seit Andreas Lampersbach bei dem Rückversicherer
Munich Re im Amt ist, geht es bodenständiger zu in München.

Corporate Influencer: Die eigenen Mitarbeiter sind die besseren Markenbotschafter im Netz. Wie man sie findet und führt.

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