Detailinformationen

Autor

Wolf-Dieter Rühl

Redakteur

im Heft

12/2011

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Jahresrückblick: Gewinner des Jahres

Riesiger Sympathiebonus

2011 gelingt es NGOs wie Foodwatch spielend leicht, die Kommunikationshoheit zu übernehmen.

Niemandem scheinen die Deutschen noch zu vertrauen: weder Kirchen noch Medien, Politik oder Wirtschaft. Der Glaubwürdigkeitsverlust scheint total. Doch es gibt Gruppen, die sich vor Zuneigung kaum retten können: Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Greenpeace, Foodwatch, Peta und Co. Die Allgemeinheit unterstellt den Aktivisten, uneigennützig gegen gesellschaftliche Missstände zu kämpfen. Der Sympathiebonus schlägt sich zunehmend auch in der Berichterstattung nieder, wenn NGOs einzelne Unternehmen zur Zielscheibe ihrer Kampagnen machen. Ob Peta gegen Wiesenhof kämpft oder Foodwatch gegen die Deutsche Bank: Stellt eine NGO ein Unternehmen wegen des vermeintlichen Fehlverhaltens einer ganzen Branche an den Pranger, kann sie sicher sein, bei Journalisten Gehör zu finden.

Auffällig ist, dass einige Medienvertreter noch nicht einmal bei angeblichen Skandalunternehmen nachfragen. Die Pressesprecher der NGOs zeigen sich selbst überrascht, wie einfach sie mit ihren Botschaften durchdringen. Die wenigsten Journalisten überprüfen Motive und Stichhaltigkeit der Argumentation, sondern beschränken sich auf eine Wiedergabe der Vorwürfe. Im letzten Absatz findet sich dann eventuell noch die Replik des Angegriffenen. Dabei drängen sich bei einigen Kampagnen durchaus Fragen nach den (wirtschaftlichen) Interessen der jeweiligen NGO und der Legitimität ihres Handelns auf – aber das ist vielleicht erst ein Thema für 2012.

Kleiner Lichtblick für Unternehmen, die sich zu Unrecht an den Pranger gestellt fühlen: An Volkswagen scheint sich Greenpeace bislang die Zähne auszubeißen. Die Kampagne „The Dark Side“ stößt auf einiges Unverständnis, da die Wolfsburger beileibe nicht die umweltschädlichsten Autos bauen und ihre CO2-Bilanz deutlich verbessert haben.

 

Jahresrückblick Teil 1

Bilder des Jahres: Diktatorendämmerung

Wende des Jahres: Merkels Atom-Mäandern

Gewinner des Jahres: Riesiger Sympathiebonus

Prügelknabe des Jahres: Von Dioxin-Eiern und EHEC-Gurken

Branchendebatte des Jahres: Die Früchte des Zorns

Agenturpersonalien des Jahres: Zurück an Deck

 

Jahresrückblick Teil 2

Trend des Jahres: Facebook-Boom und Facebook-Bashing

Neuanfang des Jahres: Aderlass und Heilungschance

Agenturumbruch des Jahres: Brain Drain

Seitenwechsler des Jahres: Lehrjahre für Profis

Mutprobe des Jahres: Lügen und Loyalität

Medienskandal des Jahres: Absturz der Heiligen

Medientrend des Jahres: TV-Magazine auf dem Boulevard

 

Jahresrückblick Teil 3

Krise des Jahres: Sprachverwirrung

Etat des Jahres: Anspruchsvoller Job

Verlierer des Jahres: Banken verzocken Reputation

Pleite des Jahres: Warnung für alle

Skandal des Jahres: Koks und Salz

Abwehrkampf des Jahres: PR-Schlacht gewonnen, Krieg verloren

Machtkampf des Jahres: Es gibt nur Verlierer

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