Detailinformationen

Autor

Wolf-Dieter Rühl

Redakteur

im Heft

12/2011

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Jahresrückblick: Verlierer des Jahres

Banken verzocken Reputation

Banken auf dem Imagetiefpunkt: Die Occupy-Bewegung ist Ausdruck eines breiten Misstrauens. (Foto: ddp)

Um es in ihrer eigenen Sprache zu sagen: Die deutschen Banken erleben dieses Jahr einen Double-Dip des Vertrauensverlusts. Was das bedeutet, erklärt das Online-Glossar der Commerzbank „Dippen heißt so viel wie eintauchen. Ein ‚Double-Dip‘ bedeutet dann das zweimalige eintauchen. In der Börsensprache könnte man auch ‚abtauchen‘ sagen. Denn genau das ist gemeint: Das Abtauchen eines Wertes ins Minus.“ In allen einschlägigen Vertrauens- und Berufsumfragen rangieren die Finanzjongleure auf den hinteren Plätzen. 2011 rächt sich bitter, dass die Institute nach der ersten Finanzkrise vor drei Jahren so wenig in vertrauensbildende Maßnahmen investiert haben.

Die Branche steht dem Banken-Bashing infolge der Griechenland- Pleite hilflos gegenüber – und muss sogar campierende Protestler vor Frankfurts Wolkenkratzern dulden, die sich die US Bewegung Occupy Wallstreet zum Vorbild nehmen. Auch den besten Kommunikatoren dürfte es allerdings schwerfallen zu erklären, warum die Steuerzahler drei Jahre nach den ersten Bankenrettungen weitere Milliarden in die Geldhäuser pumpen sollen, falls das Eigenkapital wegen der Kreditausfälle nicht reicht.

Das schwant auch den Instituten selbst. Im „Branchenkompass 2011 Kreditinstitute“ zeigen sich zwei Drittel der befragten Bankmanager davon überzeugt, dass das Verhältnis zu ihren Kunden nachhaltig beschädigt ist. Vor diesem Hintergrund klingt die Aussage von Josef Ackermann auf der Veranstaltung Euro Finance Week in Frankfurt Mitte November wie eine düstere Prophezeiung: „Banken können langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn sie das Vertrauen der Gesellschaft besitzen“, sagt der scheidende CEO der Deutschen Bank.

 

Jahresrückblick Teil 1

Bilder des Jahres: Diktatorendämmerung

Wende des Jahres: Merkels Atom-Mäandern

Gewinner des Jahres: Riesiger Sympathiebonus

Prügelknabe des Jahres: Von Dioxin-Eiern und EHEC-Gurken

Branchendebatte des Jahres: Die Früchte des Zorns

Agenturpersonalien des Jahres: Zurück an Deck

 

Jahresrückblick Teil 2

Trend des Jahres: Facebook-Boom und Facebook-Bashing

Neuanfang des Jahres: Aderlass und Heilungschance

Agenturumbruch des Jahres: Brain Drain

Seitenwechsler des Jahres: Lehrjahre für Profis

Mutprobe des Jahres: Lügen und Loyalität

Medienskandal des Jahres: Absturz der Heiligen

Medientrend des Jahres: TV-Magazine auf dem Boulevard

 

Jahresrückblick Teil 3

Krise des Jahres: Sprachverwirrung

Etat des Jahres: Anspruchsvoller Job

Verlierer des Jahres: Banken verzocken Reputation

Pleite des Jahres: Warnung für alle

Skandal des Jahres: Koks und Salz

Abwehrkampf des Jahres: PR-Schlacht gewonnen, Krieg verloren

Machtkampf des Jahres: Es gibt nur Verlierer

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