Detailinformationen

Autor

Wolf-Dieter Rühl

Redakteur

im Heft

1/2013

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Kommunikationskodex

Bentele als Moses

Günter Bentele

Der neue Ethik-Kodex kann nur wirken, wenn die Verbände ihre Mitglieder darauf verpflichten.


Günter Bentele hat Sinn für Humor. Der Präsident des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR) stellte Mitte Dezember in Berlin den Deutschen Kommunikationskodex vor und bebilderte seine Präsentation mit der Illustration: „Moses empfängt die 10 Gebote“. Die PR-Branche hat nun also ein neues ethisches Regelwerk (www.kommunikationskodex.de). Es löst ein Sammelsurium ab, das in der Praxis kaum Bedeutung entfaltete: Code d’Athène, Code de Lisbonne, Ethical Protocol der Global Alliance und die sieben Selbstverpflichtungen der DPRG. Selbst Bentele und seine Ratskollegen dürften allerdings nicht davon ausgehen, mit ihrem Dokument einen Widerhall zu finden wie Moses mit den Regeln vom Berg Sinai. Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass der Kodex zumindest wahrgenommen wird – ob sich die Kommunikatoren an ihn halten, ist eine ganz andere Frage. Inhaltlich ist gegen die Bekenntnisse zu Transparenz, Integrität, Fairness, Wahrhaftigkeit, Loyalität und Professionalität wenig einzuwenden, wenn man von missverständlichen Formulierungen und dem stellenweise pathetischen Tonfall absieht.

Entscheidend wird sein, dass die Branchenverbände ihre Mitglieder zwingend auf den Kodex verpflichten. Nur wenn BdP, DPRG, GPRA und de’ge’pol’ nicht zögern, Mitglieder bei Verstößen vor die Tür zu setzen, kann er disziplinierende Wirkung entfalten. Zudem sind die Bemühungen des Rats richtig, den Kommunikationskodex in die Arbeitsverträge von PR-Profis aufzunehmen. Künftig wolle man Fälle wie den von Moritz Hunzinger verhindern, sagte Bentele. Die Branche müsse nicht tragbare Mitglieder selbst ausschließen und dürfe sich nicht dadurch vorführen lassen, dass Mitgliedschaften mit höhnischer Geste zurückgegeben werden. Sollte das passieren, hätten die Verbände tatsächlich etwas erreicht: Sie wären zwar immer noch weit entfernt von göttlicher Definitionsmacht – aber vielleicht würden sie von den Berufszynikern weniger belächelt.


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