Detailinformationen

Autor

Thomas Rommerskirchen

Chefredakteur

verfasst am

05.05.2020

im Heft

05/2020

Schlagworte

StoryMachine, Kai Diekmann, Philipp Jessen, Michael Mronz, Heinsberg Protokoll, Hendrik Streeck

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Ausgabe 05/2020

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Heinsberg Protokoll

Ene jroße schwarze Raum

(Foto: www.storymachine.de)


Braucht ein Virologe in Zeiten der Corona-Pandemie Ghostwriter wie die von StoryMachine? Die Antwort hat die Öffentlichkeit unmissverständlich gegeben. Was alle medizinischen und forschenden Institute dringend brauchen, sind professionelle Kommunikationsteams, kommentiert prmagazin-Chefredakteur Thomas Rommerskirchen im Editorial der Mai-Ausgabe.


Erinnern Sie sich an den Lehrer Bömmel in der „Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann?
Und an seinen legendären Physikunterricht: „Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später“.


prmagazin-Chefredakteur Thomas Rommerskirchen

Ob die StoryMachine-Gründer Kai Diekmann, Philipp Jessen und Michael (Micky) Mronz dieses Bild vor Augen hatten, als sie mit ihrem Unternehmen an den Start gingen, wissen wir nicht. Das Berliner Start-up, nach Aussage seines Anwalts Christian Schertz ausdrücklich keine PR-Agentur, umgibt sich von Anfang an mit einer geheimnisvollen Aura. Wer was genau für wen macht – darüber redet man nicht. 

Wenn Diekmann aber schildert, wie StoryMachine arbeitet, entspricht das dem klassischen Leistungsprofil von PR-Agenturen: „Als Erstes fragten wir den Kunden, was er zu erzählen habe. Irgendwann bekamen wir zu hören, dass sein weiblicher COO vor Ort aus Afrika ist, im Ausland studierte, zurückkehrte und heute als Alleinerziehende die afrikanische Dependance an der Spitze der Organisation leitet. Was für eine Story! Früher hätte man als Journalist die Frau Wochen begleitet und dann im ,Spiegel‘ einen Drei-Seiten-Bericht gebracht.“ StoryMachine erzähle die Geschichte für den Kunden auf dessen Instagram-Account, so Diekmann in DOMO, dem Unternehmensmagazin des Ringier-Verlags. Klassische PR-Arbeit. 

Man verstehe sich als Ghostwriter, so Diekmann weiter, und „im Kern ist unser Geschäftsmodell Donald Trump“. Genau da stellen sich die wesentlichen Fragen: Hat Donald Trump Ghostwriter? Braucht er für seine Stürme im Netz Agenturen, die seine Tweets aufbereiten und lancieren? 

Braucht ein Virologe in Zeiten der Corona-Pandemie so etwas? Die Antwort hat die Öffentlichkeit unmissverständlich gegeben. Was alle medizinischen und forschenden Institute dringend brauchen, sind professionelle Kommunikationsteams – intern. PR-Profis, die auch davor warnen, dass das „Modell Trump“ eine Einbahnstraße sein könnte. Journalisten, die einmal vorsätzlich ausgegrenzt worden sind, könnten sich das gut merken. Aber wie schon Lehrer Bömmel wusste „krieje mer dat später“.

Die prmagazin-Ausgabe 05/2020 – darin unter anderem:

Sparkasse Reloaded:
 Der DSGV hat seine Kommunikation grundlegend neu organisiert. In der Corona-Krise hat sich das bereits bewährt.

"Die Aufregung legt sich einfach nicht": Covid-19 bringt das Kommunikationsteam der Uniklinik Freiburg an die Belastungsgrenze.

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