Detailinformationen

Autor

Alexander Wilke

Gastkolumnist

im Heft

09/2016

Mitarbeiterbefragung

Eine(r) muss es ihnen sagen!

Mitarbeiterbefragungen seien "Wohlfühl-Klimbim" - "also weg damit", postulierte ein Handelsblatt-Gastkommentar (€) am 9. August. Aber wer, bitte, soll den Führungskräften sonst sagen, was gut läuft und was nicht? Eine Replik von Alexander Wilke, Kommunikationschef von thyssenkrupp.

Erfolg braucht eine offene, ehrliche Kultur, und so eine Kultur braucht Feedback. In Zeiten des Wandels genauso wie in Zeiten ruhigeren Fahrwassers. Bei thyssenkrupp durchlaufen wir eine der größten Veränderungen unserer Geschichte. Doch wir sind nicht allein. An allen Ecken und Enden verändert sich die Welt. Das ist heute die Realität in Unternehmen. Da braucht es Seismographen, die uns zeigen, wie die Veränderung ankommt. Was läuft, was läuft schief?

Dabei hilft die Mitarbeiterbefragung. Sie zeigt uns, wo wir stehen, und liefert Ansatzpunkte für Verbesserungen. Weil sie in Zahlen fasst, was schwer messbar ist. Weil sie Verbindlichkeit einfordert, wo Führungskräfte etwas vernachlässigen. Und weil sie die Mitarbeiter einbindet und mitnimmt. Auch die, die vom Topmanagement weit weg sind und deren Stimme der Vorstand sonst vielleicht gar nicht zu hören bekommt.

Richtig ist: Eine weltweite Befragung ist eine Investition. Im HR-Bereich für die Organisation, in der Kommunikation für eine motivierende Kampagne und in den Teams Zeit, um die Ergebnisse aufzuarbeiten. Diese Investitionen gehen aber nicht für Kultur-Klimbim drauf. Eine Mitarbeiterbefragung ist ein Managementinstrument. Sie zwingt die Führungskräfte zum Zuhören, Hinhören und gemeinsamen Nachdenken. Und sie zwingt das Unternehmen, seinen Führungskräften den Raum für Verbesserungsthemen zu geben, den sie brauchen.

Sicher ist die Frage berechtigt, ob eine Mitarbeiterbefragung konzernweit als Megaprojekt durchgeführt werden muss oder ob es nicht auch eine Online-Abfrage alle drei Monate mit den zehn wichtigsten Issues auf Team-Ebene tut. Beim „Wie“ gibt es so viele Möglichkeiten wie Unternehmen. Beim „Ob“ aber geht es um die Frage, ob wir unsere Mitarbeiter wirklich mitnehmen wollen. Das ist eine Frage der Haltung. Die können wir bei thyssenkrupp klar mit Ja beantworten. Wir haben in mehr als 4.500 Workshops und mit 12.000 Verbesserungsmaßnahmen gezeigt: Die Befragung bringt Gespräche, wo vorher nicht geredet wurde. Sie lässt Meinungen zu, wo vorher keine geäußert wurden. Und darum geht es doch am Ende: gemeinsam den Weg nach vorn zu bestimmen.

Die September-Ausgabe des prmagazins ist da. Hier geht es zum E-Paper.

Darin unter anderem:
● Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft: Nicole von Stockert vermittelt die bisweilen konkurrierenden Interessen der Brance.
● PR-Praxis: Leser fragen, unser Experten-Team hilft mit Tipps, Ideen, Beratung und Lösungswegen.

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