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Ausgabe 01/2019

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Detailinformationen

Autor

Edith Stier-Thompson

Geschäftsführerin news aktuell, Gründungsmitglied GWPR Deutschland

verfasst am

29.01.2019

im Heft

01/2019

Schlagworte

Edith Stier-Thompson, Global Women in PR, GWPR, news aktuell

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Die GWPR-Kolumne

Gamechanging

Es ist Zeit, die Führungsweichen neu zu stellen. Schrauben wir doch noch kräftiger an den Machtstrukturen – davon könnten auch Männer profitieren, meint Edith Stier-Thompson, Geschäftsführerin von news aktuell und Gründungsmitglied des Vereins Global Women in PR Deutschland.


Trotz aller Förderung gibt es immer noch zu wenige Frauen in den Entscheidungspositionen
 von Agenturen und Kommunikationsabteilungen. Dabei sind die Voraussetzungen perfekt – immerhin liegt der weibliche Anteil in unserer Branche bei rund 70 Prozent. Im Gegensatz zu unseren Vorfahrinnen haben Frauen heute aber die Wahl, ob sie in dem einst von Männern für Männer konstruierten Business-Theater eine Hauptrolle spielen möchten. Denn Frauen können und dürfen längst alles erschaffen, was sie sich erträumen. Vielen fehlen vermutlich einfach immer noch weibliche Rollen- und Führungsvorbilder.

Zeit also für einen symbolischen Brückenschlag. Dass dieser nicht ohne Stützpfeiler gelingt, ist klar. Wir Gründerinnen von Global Women in PR (GWPR) wollen mehr Frauen an die Spitze bringen, sie im Beruf stärken und stetig ihre Weiterentwicklung fördern. Regelmäßiger Peer-to-peer-Austausch ist uns sehr wichtig. Viele von uns haben Familien parallel zum Job und sind nicht in die Karriereknick-Falle geraten.

Wir empowern Karriereschritte von Frauen und diskutieren über Herausforderungen und Chancen. Bereits kleine Korrekturen und Tipps unserer Mentorinnen können Kraft und Kreativität freisetzen. Alles ist möglich! Ich meine, es gibt wenige Menschen, die ihre Zeit so stringent einteilen und so effektiv arbeiten wie junge Mütter. Das ist eine großartige Qualifikation und kein Manko im Mindset der Mitarbeiterin mit Ambitionen auf die Chefetage.

Frauen verändern gerade die Arbeitswelt. Ich sehe das auch in meinem news-aktuell-Team – Kolleginnen, die jenseits der tradiert-konventionellen Karriere Möglichkeiten schaffen, um das zu bekommen, was sie wollen. Wann immer ich kann, unterstütze ich individuelle Wege, zum Beispiel Slash-Careers, Teilzeitmodelle, mobiles Arbeiten oder Sabbaticals. Ich fördere gern kreative Wege. Letztlich profitiere ich als Chefin von motivierten Frauen im Team.

Gleichzeitig ebnen diese kreativen Frauen auch den Weg für Männer, es ihnen gleichzutun. Gamechanging kann stattfinden, wenn noch viel mehr Männer sich emanzipieren, beruflich flexibler sind, dazu stehen, dass sie vielleicht auch gar keine Lust haben, traditionell in die Führungskarriere-Fußstapfen ihrer Vorfahren zu treten. 

So oder so, Frau oder Mann: Es ist Zeit, die Führungsweichen neu zu stellen. Schrauben wir doch noch kräftiger an den Machtstrukturen – und das immer mit den Männern und vor allem nicht gegen sie. Betrachten wir den Status quo als etwas, das weiterentwickelt werden kann und weiterentwickelt werden muss, um zukunftsfähig zu bleiben beziehungsweise zu werden. Frau oder Mann, seid offen für Gamechanging! Mehr Firmen-Power bitte durch einen female Turbo! Auf weniger Abschottung und mehr Zusammenarbeit – auch in den Führungsetagen.

Was meinen Sie? Schreiben Sie uns: per Mail, via Twitter oder Facebook.


In dieser prmagazin-Kommentarreihe schreiben die Gründungsmitglieder des Vereins Global Women in PR (GWPR) Deutschland jeden Monat über Themen, die sie bewegen.

Diese Kolumne ist zuerst in der Januar-Ausgabe 2019 erschienen. Im Februar-Heft lesen Sie einen Kommentar von Susanne Marell, Geschäftsführerin von JP/KOM. Ihr Thema: Das weibliche Selbstoptimierung-Gen – einfach mal abschalten.


Die prmagazin-Ausgabe 01/2019 - darin unter anderem:

Der Architekt: Constantin Birnstiel baut beim Darmstädter Dax-Konzern Merck Strukturen und Prozesse um.

Back to Human Factor: Sascha Pallenberg plädiert für ein Ende der Like- und Share-Sucht, zeitgemäße KPIs und mehr echten Dialog.

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