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Ausgabe 10/2019

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Detailinformationen

Autor

Babette Kemper

Geschäftsführerin achtung! Mary

verfasst am

03.12.2019

im Heft

10/2019

Schlagworte

Babette Kemper, Global Women in PR Deutschland, GWPR, achtung! Mary

Verwandte Inhalte

Die GWPR-Kolumne

New Work? Old Work? Good Work!

Agiles Arbeiten, Homeoffice und Co sind in der PR längst selbstverständlich. Umso erstaunlicher, dass New Work weiter für Missverständnisse sorgt. Zeit, ein paar Irrtümer über die neue Arbeitswelt auszuräumen, meint Babette Kemper, Gründungsmitglied von Global Women in PR Deutschland.

Irrtum 1: 
Der Chef wird überflüssig 
Es stimmt: Alte Hierarchien haben ausgedient. Aber Selbstorganisation total ist keine Lösung. New Work erfordert aus meiner Sicht New Leadership. Als Agenturchefin lebe ich die neue Arbeitskultur vor, bringe meine Persönlichkeit ein und setze mehr denn je auf Vertrauen, Empathie und Kommunikation. New Leadership ist eine tägliche Gratwanderung. Nur ein Beispiel: Selbstverständlich ist es sinnvoll und notwendig, dass die Mitarbeiter aktiv mitgestalten und ihre Ideen einbringen. Aber kollaborative Prozesse dürfen nicht in endlosen Abstimmungsaufwand münden, der zum Stillstand führt. New Leader sind gefordert, Mitwirkung und Führung auszubalancieren, klare Verantwortlichkeiten zu schaffen und für schnelle Entscheidungen zu sorgen.

Irrtum 2:
Jeder macht, was er will – nämlich so wenig wie möglich
New Work führe zu No Work, sagen manche. Nach meiner Erfahrung ist das Gegenteil richtig: Die Teams werden produktiver – vorausgesetzt, am Anfang steht die Frage: Was sind unsere Leistungs-Enabler? Als Gründerin von achtung! Mary habe ich von Beginn an Strukturen geschaffen, die Engagement, Kreativität und Leidenschaft fördern. Eine zentrale Rolle spielt das Geben und Nehmen von Freiheit und Vertrauen. Wenn ich ins Büro komme, weiß ich, dass ich mich auf alle Kollegen verlassen kann, auch auf jene, die nicht anwesend sind, weil sie gerade Remote Work bevorzugen. Was zählt, ist das Ergebnis – und Mitarbeiter, die das Mindset verinnerlichen: Freiheit funktioniert nur mit Verantwortung und Selbstdisziplin.

Irrtum 3:
Agiles Arbeiten passt immer und überall 
New Work ist weder ein Allheilmittel noch ein Selbstläufer. Jedes Unternehmen muss die richtige Dosierung finden, individuelle Strategien entwickeln – und beweglich bleiben: Denn die Arbeitswelt 4.0 ist unberechenbar. Die einzige Konstante ist die Veränderung. Es ist ein Balanceakt, in der unsicheren Welt (selbst-)sicher zu handeln und fortlaufend Agilität und Beständigkeit in Einklang zu bringen. Kurzum: New Work ist Hard Work – eine tägliche Herausforderung für Führung und Team. Nur wer die Fallstricke erkennt und minimiert, kann das Potenzial der neuen Arbeitswelt voll ausschöpfen. Im Ergebnis kann ich übrigens auf den mittlerweile angestaubten Begriff New Work verzichten. Stattdessen nenne ich es einfach: Good Work, Great Job, Excellent Team.

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In dieser prmagazin-Kommentarreihe schreiben die Gründungsmitglieder des Vereins Global Women in PR (GWPR) Deutschland jeden Monat über Themen, die sie bewegen.

Diese Kolumne ist zuerst in der Oktober-Ausgabe 2019 erschienen. Im November-Heft schreibt Monika Schaller, Leiterin Konzernkommunikation und Unternehmensverantwortung Deutsche Post DHL Group, und im Dezember-Heft Tina Mentner, Managing Partner bei Hering Schuppener in Düsseldorf.

Die prmagazin-Ausgabe 10/2019 – darin unter anderem:

Die Standhafte: Stefanie Hansen hat sich bei dem Mineralölkonzern BP Europa in zwanzig Jahren an die Spitze gearbeitet.

KI-Trenderkennung: Auch klassische Medienbeobachter nutzen verstärkt intelligente Crawler und Trendanalyse-Tools mit Künstlicher Intelligenz.

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