Detailinformationen

Autor

Lucas van Praag

Kolumnist

im Heft

08/2014

Praags Ansichten

Die fünf "C"

Um es in die US-Medien zu schaffen, müssen ausländische Firmen vorausschauend planen und die in den Vereinigten Staaten gelernten Nachrichtenfaktoren beachten.

Lucas van Praag

Wenn Sie in den USA geschäftlich aktiv sind, dort wichtige Aktionäre haben oder Ihren Bekanntheitsgrad steigern möchten, um zusätzlichen Umsatz zu generieren, kann die richtige Medienberichterstattung sehr effektiv sein. Davor stellen sich fünf simple Fragen, die beantwortet sein sollten: Gibt es einen klaren geschäftlichen Nutzen, der Medienpräsenz rechtfertigt? Wen will man erreichen? Was vermitteln? Welche Medien ansprechen? Wann ist der passende Zeitpunkt?

Die USA zeichnen sich durch ihre Größe und eine sehr regionale Medienlandschaft aus. Es gibt nur wenige nationale Zeitungen, aber tausende Lokalblätter, Fernsehstationen und Radiosender. Nachrichtenagenturen wie Bloomberg, Dow Jones und Reuters kommt eine besondere Rolle zu: Ihre Berichte und Kommentare werden reproduziert, da vielen Lokalmedien keine auf überregionale Themen spezialisierten Reporter zur Verfügung stehen.

Lokale Medien sind vor allem an Themen mit lokalem Bezug interessiert. Um das Interesse von nationalen Medien wie Wall Street Journal oder New York Times zu wecken, bedarf es vorausschauender Planung. Die Einbindung ortsansässiger Experten, die mit dem US-Markt vertraut sind, um Botschaften zu entwickeln und Geschichten darzustellen, erhöht die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs und kann von entscheidendem Vorteil sein.

Was man sagt und wie man es sagt bestimmt, ob mit Medienresonanz gerechnet werden kann. Die Herausforderung ist, ein Thema so aufzubereiten, dass es auch in den USA aufgenommen wird. Da US-Medien überwiegend an regionalen Themen und Organisationen interessiert sind, ist es für ausländische Firmen schwierig, wahrgenommen zu werden. Es sei denn, es handelt sich um ungewollte, schlagzeilenträchtige News wie Ermittlungen, Untersuchungen und Strafen.

Um in den USA eine Story zu lancieren, sollte sie mindestens eins der fünf „C“s beinhalten: „Controversy“, „Contradiction“, „Conflict“, „Characters“ und „Colorful Quotes“. Die überwiegende Mehrheit der US-Medien liefert ihren Kunden täglich eine Nachrichtenkost, die vor allem aus diesen Zutaten besteht. Journalisten zieht es zu Storys, die zumindest teilweise aus dieser Mischung bestehen.

Nachrichten drehen sich im Grunde immer um Personen, und je bunter diese sind, desto besser. Der Versuch, eine alltägliche Unternehmensnachricht ohne mindestens eins der fünf „C“s in US-Medien bringen zu wollen, wird mit großer Wahrscheinlichkeit in diesem Markt scheitern. Dessen sollte man sich immer bewusst sein, bevor man den Plan fasst, in den USA aktive Medienarbeit zu betreiben.

Kontakt zum Autor: praag(at)prmagazin.de

Lucas van Praag leitete mehr als ein Jahrzehnt die weltweite Kommunikation von Goldman Sachs in New York. Zuvor war er Partner von Brunswick in London. Heute ist der Gründer und Managing Partner von Fitzroy Communications, New York, strategischer Partner von CCounselors, Düsseldorf.

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