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Ausgabe 01/2020

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Detailinformationen

Autor

Uwe Kohrs

Chairman Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA)

verfasst am

06.01.2020

im Heft

01/2020

Schlagworte

Medienstaatsvertrag, Rundfunkstaatsvertrag, Uwe Kohrs, Gesellschaft Public Relations Agenturen, GPRA

Medienstaatsvertrag

Vor allem Einschränkungen

Am 5. Dezember haben die Ministerpräsidenten dem Entwurf für den neuen Medienstaatsvertrag zugestimmt, der im September 2020 den Rundfunkstaatsvertrag ablösen soll. Was bedeutet das Regelwerk für die Kommunikationsbranche? Ein Kommentar von GPRA-Chairman Uwe Kohrs.


Uwe Kohrs: "Was nach Sichtung der Entwürfe bleibt, ist Skepsis."


Die Politik hält das Werk für einen Meilenstein, die Werbewirtschaft sieht das Ganze eher als Stolperstein.
Die Rede ist vom jüngst verabschiedeten Entwurf für den neuen Medienstaatsvertrag, der nach einem langwierigen Verfahren, bei dem alle Stakeholder die Möglichkeit hatten, Wünsche und Präferenzen einzureichen, nun vorliegt. Das Konvolut soll den 1991 geschlossenen Rundfunkstaatsvertrag ins digitale Zeitalter überführen und dazu verstärkt Internetplattformen abdecken. 

Herausgekommen ist ein Regelwerk, das versucht, Ordnung in die schöne neue Medienwelt zu bringen und den Usern die Mediennutzung zu erleichtern. So sollen durch ein einheitliches Schlagwortsystem Inhalte im Dickicht des Netzes einfacher zu finden sein. Auch sollen Inhalte von öffentlichem Wert bei der Suche präferiert und redaktionelle Teile entsprechend gekennzeichnet werden. Social Bots sind künftig durch die Netzwerke zu kennzeichnen und werden so einfacher identifizierbar. 

Und die großen TV-Sender sowie Netflix und Co sollen mehr Konkurrenz bekommen. Man will die Zulassungsverfahren für Streamer deutlich vereinfachen und die Verbreitung audiovisueller Inhalte von kleinen Anbietern erleichtern. So weit, so schön bunt im medialen Deutschland. 

Aber es wäre kein echter deutscher Staatsvertrag, wenn damit nicht weitere Werbeeinschränkungen verbunden wären. So sollen Bild-in-Bild- und Splitscreen-Werbung in der TV-Zweitverwertung im Netz nur noch nach Zustimmung durch den Viewer erlaubt sein. Die Kampagnenplaner in den Mediaagenturen dürften not amused sein. Wirklich problematisch wird es aber für die Branche, wenn es gilt, mit einer„privilegierten“ Auffindbarkeit im Netz umzugehen. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Januar-Ausgabe des prmagazins, was es mit der privilegierten Auffindbarkeit im Netz auf sich hat, was das für die Vielfalt im Netz bedeutet und warum Uwe Kohrs skeptisch ist, dass der Medienstaatsvertrag den angestrebten Nutzen bringt.

Die prmagazin-Ausgabe 01/2020 – darin unter anderem:

Der Vordenker: Christof Ehrhart über das PR-Management der Zukunft, ungesunde Hypes – und was all das für seinen Arbeitgeber Bosch bedeutet.

Jahresumfrage: Das prnagazin hat fast 30 Agenturchefs gefragt: Wie lief das Jahr 2019? Welche Trends setzten sich durch? Was kommt 2020?

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