Detailinformationen

Autor

Gina Hardebeck

Gastkolumnistin

im Heft

11/2016

Investoren aus China

Verständigung statt Protektionismus

Im Sommer Kuka, nun Osram: Kauflustige Chinesen mischen die Wirtschaft auf. Die Verunsicherung ist groß – auch weil in der Kommunikation manches hakt. Ein Gastkommentar von Gina Hardebeck, Director China bei Storymaker.

Die Politik reagiert alarmiert. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel arbeitet an einem Eckpunktepapier, das Übernahmen deutscher Unternehmen durch chinesische Investoren erschweren soll. Unterstützung für sein Vorhaben erhält er von EU-Kommissar Günther Oettinger. Ob Schutzwallpolitik in einer globalen Welt funktionieren kann, ist fraglich. Dass sie nicht folgenlos für die Kommunikation zwischen Deutschland und China ist, steht außer Frage. Die Medien berichten viel von Chinas „Kaufrausch“ und „Shoppingtour in Deutschland“. Das sorgt für Verunsicherung. Vereinzelt erwähnen Journalisten, dass auch Gründe für chinesische Investoren sprechen. Anders als die sogenannten Heuschrecken verfolgten sie in der Regel einen langfristigen Ansatz, wovon Käufer und Zielunternehmen profitieren. Letztere unter anderem durch besseren Zugang zum chinesischen Markt.

Doch auch auf chinesischer Seite hakt es in der Kommunikation. Chinesische Investoren haben oft wenig Erfahrung im internationalen Management. Dazu kommen kulturelle Unterschiede. Das befeuert die medial vorangetriebene Verunsicherung aufseiten der deutschen Belegschaft. Chinesische Investoren in Deutschland müssen lernen, nach innen transparenter zu kommunizieren und nach außen mit freier Berichterstattung umzugehen. Nicht-Kommunikation ist keine Alternative.

Um Sicherheit zu geben, bedarf es „harter Faktoren“, etwa langfristiger Investorenvereinbarungen mit Standort- und Jobgarantien wie im Fall von Kuka. Und es braucht eine Chancengleichheit für deutsche Investitionen in China, die die deutsche Regierung vehement einfordern sollte. Dies und die Förderung von Innovationen helfen der deutschen Wirtschaft stärker und nachhaltiger als Investitionshindernisse. Damit das gelingt, müssen sich beide Seiten jedoch vertrauen. Schlagzeilen wie vom Ausverkauf Deutschlands sind dafür alles andere als hilfreich.

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