Detailinformationen

Autor

Thomas Lüdeke

im Heft

03/2016

Gastkommentar

Von Einsteigern profitieren

Viele Absolventen wünschen sich einen Berufsstart in Unternehmen. Doch die überlassen die Ausbildung lieber den Agenturen, kritisiert Thomas Lüdeke, bei der DPRG zuständig für Nachwuchsförderung.

Thomas Lüdeke

Rund zehn Jahre mögen vergangen sein, seit PR- und Kommunikationsmanagement-Studiengänge begannen, aus dem Boden zu sprießen. Unsere Branche hat dadurch einen erheblichen Professionalisierungsschub erfahren. Doch die Ausbildung hört nach dem Studium nicht auf. Häufig geht es mit einem Volontariat oder Traineeship weiter – für einen Großteil der Absolventen in einer Agentur. Einsteigerangebote in Unternehmen sind – im Vergleich zu den wachsenden Absolventenzahlen – rar. Davon profitieren Firmen: Für die Besetzung einer Vakanz brauchen sie oft nur mit ihrem Logo zu winken, und in Theorie und Praxis top ausgebildete Bewerber stehen parat. Agenturen ärgern sich, wenn Mitarbeiter, die sie jahrelang intensiv ausgebildet haben, abgeworben werden.

Grundsätzlich halte ich viel davon, nach dem Studium in einer Agentur zu starten und dort auch einige Zeit zu bleiben. Die Vielseitigkeit der Tätigkeiten, das Tempo und die Dienstleisterperspektive sind eine gute Basis für das Berufsleben. Die meisten Absolventen aber wünschen sich einen Einstieg auf Unternehmensseite. Bei vielen Dax-Unternehmen gibt es tolle Einsteigerprogramme – eine Nummer kleiner aber wird es schnell eng für Bewerber. Und auch nicht jedes Programm wird seinem Namen gerecht.

Ich frage mich: Warum bieten nicht mehr Unternehmen Einstiegsprogramme an? Ist es der Aufwand? Sind es die Kosten? Die mangelnde Vorerfahrung, das niedrige Alter der Bewerber? Denken Sie als Unternehmenskommunikator mal über die Vorteile nach: Sie erreichen Bewerber in einem Lebensabschnitt mit höchster Flexibilität – insbesondere für Firmen mit Standortnachteil oder geringerer Bekanntheit ein Pluspunkt. Sie profitieren von frischem Wissen, was in Zeiten des rasanten Wandels der Kommunikation immer wichtiger wird. Und das Thema Ausbildungsinhalte können Sie nahezu kosten- und aufwandsneutral auslagern – zum Beispiel in duale (Master-)Programme, Grundausbildungen oder Ähnliches. Das lockt hochkompetente Kandidaten und bringt Mehrwert für alle Seiten. Und ganz nebenbei leisten Sie einen Beitrag zur Professionalisierung der Branche und zur Förderung des Nachwuchses.

Thomas Lüdeke ist als DPRG-Bundesvorstand verantwortlich für die Nachwuchsförderung. Außerdem ist er Geschäftsführer der PRCC Personalberatung in Düsseldorf.


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